Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister
Person:
Vasari, Giorgio Förster, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-432466
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-434929
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cXXXvl. 
Das 
Leben 
des 
Malers CriiIofano 
Gherardi, 
Notation 
im spat. 
Eow.akv. 
Gevierte. Solches: Bilder waren in allem dreiImdzwanzig, 
als vierundzwanzigstes gehbrt dazu ein doppelt so großes 
oberhalb der Bühne, und man sah in ihnen die zwdlfStuns 
den des Tages und die .zwblf Stunden der Nacht darge: 
stellt. Ja dem ersten der zehn Ellen großenBilder, welches 
sich oberhalb der Bühne befand, war die Zeit, welche die. 
Stunden vertheilt, bei ihr Aeolns, der Gott der Winde, 
Juno undJris. Im zweiten vorne beim Eingang sah man 
auf einem iWagen von .Hähnen gezogen Aurora, die Jaus 
Tithons, Armen kommt und Rosen streut; im dritten den 
Wagen dersSonne; im vierten den Wagen der Nacht, von 
Nachtenlen geführt. . Die Nacht trug den Mond auf dem 
Haupt, ihr voraus flogen ein spaar Fledermäuse nnd überall 
herrschte Finsternis. Den größten Theil dieser Bilder malte 
Cristofano und,hielt sich dabei zum Verwundert: gut, vor: 
nehmlich bei dem Wagen der Nacht, indem er hier in einem 
OelfarbensEntwnrf leistete, was kaum möglich schien; auch 
malte er in dem Bilde der Adria die Meergdtter aufs 
schdnste und mannichfaltigste; wer sie betrachtet, gercith in 
Staunen, daß ein Künstler seiner Art so viel wußte; kurz 
er zeigte sich als ein über Erwarten vorzügliches: und ges 
übter Meister, besonders in Grottesken und Laubwerk. . 
 Nachdem die Vorbereitungen zu dem Fest getroffen 
waren, blieben Crisiofano und Vasari nochs einige Monate 
in Venedig und walten für den glorreichen Herrn Giovanni 
Coruaro die Decke oder richtiger das Täfelwerk einer Stube, 
zu welchem neun große Oelbilder gehörten.   
Vasari wurde von dem VeronesischenBaumeister Mich e le 
Sau M ichele gebeten sich in Venedig niederzulassen, nnd 
würde vielleicht ein paar Jahre dort geblieben seyn, wenn nicht 
Cristofano ihm stets abgerathen und gesagt hätte: es seh 
nicht gut in Venedig zu verweilen, wo man die Zeichnung 
nicht achte; die dortigen. Maler, meinte er, übten sie nicht
        

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