Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister
Person:
Vasari, Giorgio Förster, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-426613
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-428430
Aus 
und andrer Maler 
der 
Romagna. 
1l7 
die Aussage, er habe sie zur Zeit seiner Geisiesabwesenheit 
weggegeben;  dieß kann auch anders gewesen sehn, deß: 
halb sage ich nicht: es war so, wohl aber hörte ich es oft: 
mais in obiger Weise erzählen. 
Amico beschäftigte Ich zuweilen wir Bildhauerkunsi BeschäfttgI 
und arbeitete, so gut er es konnte, einen todten Christus ;skF,k,aJJJ,z, 
und Nicodemns, der ihn hält, Von Marmor; er ist in S. 
Petronio rechter Hand, beim Eingang in die Kirche aufge: 
stellt, und in der Manier feiner Malereien ausgeführt. Diese 
pflegte er mit beiden Händen zugleich auszuführen, hieltIeJ;1: 
in einer den Pinsel mit heller, in der andern den mit dunkler 
Farbe, das Schdnste nnd Lächerlichste war jedoch, daß er 
einenLedergurt um den Leib trug, woran er ringsum Tbpf: 
then mit gemischten Farben beseitigte, die ihm das Ansehn 
gaben, als sey er der Teufel von S. Marario mit seinen 
vielen Bvüchschen. Stand er in dieser Weise mit der Mille. 
ans der Nase und malte, so hätte er die Steine zu lachen 
bewegen mögen, besonders wenn er zu schwatzen anfing, 
denn er plauderte für zwanzig, sagte die seltsamsten Dinge 
der Welt, und sein ganzes Thau war Spaß. Gewiß ist, 
daß er von keinem Menschen Gutes zu reden pflegte, wie 
rugendhaft und ausgezeichnet er auch durch Gaben der Natur 
oder des Glückes seyn mochte, und die größte Freude war 
ihm, wie gesagt, zu klatschen und Neuigkeiten zu erzählen. 
Eines Tages unter andern traf er zur Zeit des Abendgebetes 
einen bologneßschen Maler auf demsMarkte, wo dieser 
eben Kohl gekauft hatte und hielt den Armen, der sich nicht 
loszumachen wußte, unterhalb der Loggie des Podeftä durch 
Reden und knrzweiligeMittheilungeu so lange fest, daß der 
Morgen fast einbrach. ,,Jetzt geh, sagte Amico zu dem 
anderen Maler und. koihe deinen Kohl, daß dir die Zeit 
verstreicht.U  Amico ließ eine Menge anderer Speise und 
Thorheiten ausgehen, derensich nicht erwähne, weil es end:
        

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