Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Geschichts-Literatur
Person:
Häusser, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-400900
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-403163
Steins Leben, Von G. H. Pers. 143 
ganisirt und die Vorbilder Tirols und der Vend6e zu Nutzen gemacht. 
So verabschenungswürdig, sagt er, der revolutionäre Wohlfahrtsans- 
schuf; war, so sehr verdient er Nachahmung und Bewunderung bei 
seiner Aufstellung und Entwickelung der Streitkräfte der Nation, wo: 
durch sie in den Stand gesetzt wurde die Krise von 1793 zu bestehen, 
die gefährlicher für Frankreich war als alles was die fremden Mächte 
getroffen hat. Man könne, heißt es ferner, sich als nächstes Ziel die 
Verdrängung der Franzosen über die Elbe setzen, man könne auch 
weiter gehen und Deutschland zu befreien suchen. Aber dieses Ziel 
sei nicht z11 erreichen ohne die Mitwirkung Oesterreichs; drum müsse 
die Frage: wie weit dies; im Stande sei theilzunehmen, wohl in Er- 
wägung gezogen werden. Auf freiwillige, ausgebreitete, zu gleicher Zeit 
ausbrechende Jnsurreetionen könne man bei dem Phlegma der nörd- 
lichen Deutschen, der Weichlichkeit der obern Stände, dem Miethlings- 
geist der öffentlichen Beamten nicht rechnen. Es bleibe immer wünschens- 
werth daß der Krieg jetzt nicht begonnen werde, da auf die Intelligenz 
und die Beharrlichkeit des russischen Eabinets so wenig zu rechnen sei, 
und höchst strafbar seien diejenigen die durch unbesonnene, rasende und  
laute Oleußerungen oder Handlungen den Ausbruch des Kriegs zwischen 
Preußen und Frankreich beschleunigen wollen, selbst ehe Rußland hin- 
länglich vorbereitet sei. 
Noch kam es zu diesem Aeußersten nicht; nach den ungewissen 
Schwankungen über die uns neulich Droysen interessantes Detail ge- 
bracht hat,  wurde jener Bund Vom 24. Febr. geschlossen, der für 
die nächste Zukunft alle Hoffnungen auf eine Erhebung Preußens 
niederschlagen mußte. Stein hatte noch vor der Entscheidung die Dinge 
V-) Droysen ist in dieser Partie ausführlicher als Pers; auch finden kleine 
Abweichungen statt. So erscheint K11esebeck, von dem D. uns berichtet daß 
er dem König den Gang der russischen Katastrophe zuerst als ein militärisch 
unvermeidliches Ereigniß Vorausgesagt, bei P. als ein Mann der ,,zur franzö- 
sischen Partei hinübergegangeu schien" (S. 28), und an einer andern Stelle 
(S. 5s2) äußert der Geschichtschreiber Zweifel darüber ob K. es gewesen DO- 
dem Kaiser Alexander zuerst jenen Gedanken eingegeben hat. Allerdings geht 
aus den ,,Erinneru11gen des Herzogs Eugen" hervor das Wolzogen schon 
1809 den Kaiser auf die richtige Kriegsiihrung hingewiesen hat; allein die 
Darstellung, wie sie Droysen gibt, verträgt nd) damit ganz gut. Der Plan 
einer par-thisch en Kriegführung war so naturgemäß, daß er recht gut 1809 in 
Petersburg, 1812 in Berlin auftauchen konnte, ohne daß darüber ein Zu- 
sammenhang oder eine Besprechung stattfand. 
        

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