Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Geschichts-Literatur
Person:
Häusser, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-400900
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-402968
Steins Leben, von G. H. Pert;. 
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die Bahn betreten will die man jetzt zu gehen sich vornimmt. Hat 
man auf diese Weise sein Jnneres vorbereitet und treten günstige Um- 
stände ein, so fange man in Gottes Namen die Sache an, und er- 
innere sieh daß durch Muth und Unerschrockenheit mit kleinen Mit- 
teln große Zwecke erreicht worden find. Man entferne aber auch alle 
trägen, gegen edlere Gefühle abgestmnpften, und jeder Hingebung und 
Aufopferung Unfähigen, elenden Menschen, die alles lähmen nnd ver- 
derben, nnd denen es nur um ruhigen Genuß ihrer Erbärmlichkeit 
zu thun ist." Auch Stein war, gleich Scharnhorst, der Meinung 
daß der gezwungene Bund mit Frankreich nur ein Mittel werden 
n1iisse zur Beschleunigung des Bruches. ,,Die Allianz, sagt er, muß 
nur zum Deckmantel dienen der Anstalten die man treffen wird um 
sich loszureißen, und dieses müßte man gleich einzelnen vertrauten Per- 
sonen eröffnen, z. B. dem Erzherzog Ferdinand und Hm. Canning. 
Es wird nun noch vorgelegt werden a. ein Plan der Anstalt wodurch 
auf die Nation zu wirken; b. ein Plan wie die Jnsurreetion 1nilitärifch 
zu bilden und anzuwenden ist." Ja einem kraftvollen Schreiben an 
den König, das sich den besten Doeumenten dieser Art aus dem Fe- 
bruar und März 1813 würdig an die Seite stellt, erinuthigt Stein 
zu dem entscheidenden Entschluß; zu gleicher Zeit legte Scharnhorst 
eine Denkschrift vor über die Art wie man mit Oesterreich im Bunde 
die Erhebung gegen Napoleon beginnen müsse. Es ist ein ziemlich 
detaillirter Bandes- nnd Kriegsplan, gebaut auf den Gedanken der 
Selbsterhaltnng ohne kleine Eroberungszwecke, und unterstützt durch 
eine Erhebung der Massen. Die Einfchaltungen von Steins Hand 
sind durchaus charakteristisch. ,,Der Krieg, schreibt er, muß geführt 
werden zur Befreiung von Deutschland durch Deutsche. Auf den Fah- 
nen des Landstnrms muß dieses ausgedrückt sein, und führt als ein 
Provinzialabzeichen jede Provinz ihr Wappen oder ihren Namen auf 
der Fahne. Man sollte nur eine Cocarde haben, die Farben der 
Hauptnationen in Deutschland, der Oesterreicher und Preußen, näm- 
lich schwarz, weiß und gelb." 
Der König prüfte die Entwürfe, glaubte aber sie seien ohne Rußlands 
Mitwirkung nicht durchzuführen. Scharnhorst war herabgestimmt; er ver- 
langte in einem Briefe an Stein daß der König sich wenigstens die Frage, 
ob. er in dem nächsten Kriege zwischen Oesterreich und Frankreich mit allen 
Kräften Oesterreich beistehen wolle, mit einem einfachen Ja oder Nein-beant- 
worten müsse. ,,Jm ersten Falle müssen unsre Vorbereitungen und Maßre- 
l
        

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