Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Karl August, Großherzog von Sachsen-Weimar, als Fürst und deutscher Patriot
Person:
Schulze-Gaevernitz, Hermann Johann Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-400421
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-400742
stärken. Aber trotz aller Friedensliebe König Friedrich Wilhelms1II. 
kam doch die Zeit, wo Preußen gezwungen wurde, den Kampf 
mit dem iibermüthigen Eroberer aufzunehmen. Ja diesem Kampfe 
wußte Karl August, was er als preußischer General und deutscher 
Fürst zu thun hatte. Er trat wieder in aktiven preußischen Kriegs: 
dienst nnd erhielt das Kom1nando über ein ganzes Arn1eekorps. 
Er sollte die Avantgarde über den Thüringer Wald nach Franken 
führen. Jnfolge des geänderten Operationsplanes blieb aber die 
preußische Armee in Thüringen stehen und unterlag in den ent: 
scheidenden Schlachten von Jena und Auerstädt vollständig der 
iiberlegenen Feldherrnk1mst Napvleons am 14. Oktober 1806. 
Weimar wurde noch am Abend desselben Tages von den Frau: 
zosen befeht und geplündert. Der Zorn des Siegers über den 
abwefenden Herzog, welcher freiwillig in preußischen Kriegsdienst 
getreten war, war grenzenlos. Die Abset,zung des Herzogs und 
die Einziehung des Landes war so gut wie beschlossen. Bekannt 
ist, wie Unerschrocken die Herzogin Luife dem Sieger entgegentrat, 
als beredte Fürfprecherin für ihr Land nnd ihren abwesenden 
Gemahl. ,,Das ist eine Frau, sagte Napoleon nach der Audienz, 
welcher nicht einmal unsere 200 Kanonen haben Furcht einflößen 
können.ll Dieser hochherzigen Frau ist es zu danken, daß Napoleon 
überhaupt auf Unterhandlungen einging. Erste Bedingung 
blieb die Lossagung von Preußen und augenblickliche Rückkehr 
des Herzogs in sein Land; aber erst auf das dringende Ersuchen 
des Königs von Preußen ,,sich für die Wohlfahrt seines Landes 
und seines Hauses auf die bestmögliche Weise zu arrangirenH, 
kehrte der Herzog in fein zerstörtes Land und seine geplünderte 
Residenz zurück. Aber noch war das Schicksal Wei1nars nicht 
entschieden. Der Kanzler von Müller schildert uns in seinen 
Kriegserinnerungen sehr lebhaft, wie er, auf den eutsetzlichsteu 
Wegen, von Station zu Statiou dem französischen Hauptqnartier 
folgte, ohne eine Zusage des Kaisers erlangen zu können. Endlich 
wurde ihm in Pofeu eine Audienz gewährt, wo der Kaiser die 
2
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.