Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus den Katakomben des Callist an der Via Appia zu Rom
Person:
Alex, Edmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-399842
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-400260
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Kunstdenkmäler wir flüchtig beschaut haben. Ehe wir aber von 
ihnen scheiden, lassen wir in wenigen Zügen die Geschichte der 
Katakomben an uns vorüberziehen, von der Gegenwart bis zu 
ihrem Anfange. 
Gegenwärtig wird der Päpstliche Pernieß nur auf die Callist: 
katakomben ausgestellt. Ein Führer empfängt die Fremden und eilt 
mit ihnen in einer halben Stunde durch einige der wichtigsten Cellen. 
Man kommt dabei natürlich zu keiner rechten Besinnung, insonders 
heit wenn etwa die Begleiter keinen Sinn für den Ernst und die 
historische Bedeutung dieses Ortes haben. Ein ganz anderer wird 
der Besuch, wenn de Rossi oder auch Cardinal Reisach aus Ge: 
sälligkeit die ihnen empfohlenen Fremden durch die Katakomben ges 
leiten. Dann verrinnen bei fesselnder eingehender Erklärung schnell 
drei bis vier Stunden unter der Erde nnd bleiben leicht die genuß: 
reichsten nnd anregendsten eines ganzen römischen Aufenthalts. An 
einem Tage im Jahre, am Cäcilientag C22. NovemberJ, kann man 
ohne Führer diese Katakomben betreten: Die Kapellen und Gänge 
sind erleuchtet und mit Blumen nnd Lorbeerzweigen geschmückt; die 
Besucher verlieren sich in den weiten Gängen, in denen nur das 
Rascheln des Laubes das Nahm eines anderen Andächtigen ver: 
kündet; in der bischdflichen Kapelle wird den ganzen Tag über 
Messe gelesen und die Gläubigen knieen an den Gräbern der Hei: 
ligen. In den lehten Decennien ist für die Durchforschnng der 
Katakomben außerordentlich viel gethan worden. Unter Pius 9. 
Schutz hat Giovanni Battista de Rossi, unterstiitzt von seinem 
Bruder Michele de Rossi, welcher die technischen Untersuchungen 
ausführt, die Arbeit seines Lehrers Martin Carchitettura della. 
Roma s0tte1simea crisi;ianaJ aufgenommen und führt sie mit großer 
Tüchtigkeit weiter. Auch von Frankreich ist die wissenschaftliche 
Thätigkeit über die Katakomben unterstützt worden; so ist Perret7s 
Werk über die Katakomben, welches freilich keine wissenschaftliche 
Zuverlässigkeit beanspruchen kann, in glänzender Ausstattung er: 
schienen. Die zu Anfang dieses Jahrhunderts erschienenen Arbeiten: 
,,Artauc1, voyage cians les catacombes de Roms, 1810,ii und 
selbst Münter7s gelehrtes Werk: ,,Sinnbilder und Kunstvorstellungen 
der alten Christen, 1825,s enthalten viele Unrichtigkeiten. Im 18J
        

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