Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-393776
Teufelsmauer. 
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kann. Wir brauchen darum die Meldung, daß Alfheim dem Freyr zum 
Zahngebinde gegeben sei, nicht zu bezweifeln: auf Liosalfaheim, die Licht- 
alfenwelt bezogen, giebt sie guten Sinn. Freyr, dem Sonnengott, ward 
Lichtalfenheim, die Sonne, zum Zahngebinde gegeben. Mir entgeht nicht, 
daß D. 17 den Palast Gimil, wo in der verjiingten Welt die rechtschaf- 
fenen und guten Menschen aller Zeitalter wohnen sollen, jetzt von den 
Lichtalsen bewohnt nennt; aber Wöl. 63, die Quelle dieser Meldung über 
Gimils Bestimmung in der erneuten Welt, weis; von seinen gegenwärtigen 
Bewohnern nichts. Nehmen wir nun zu Liosalfahei1n, als der achten 
Welt, noch Muspelheim, den südlichen Pol des Weltalls, als die letzte 
Welt hinzu, so ordnen sie sich uns in folgender Weise: 
1. über der Erde: Muspelheim, Liosalfahei1n, Asenheim oder Asgard. 
2. auf der Erde: Jötunheim, Midgard (oder Mannheim) und Wanaheim. 
Z. unter der Erde: Swartalfaheim, Niflheim und Niflhel. 
Nach einer deutschen Sage hätten Gott und der Teufel ihre Reiche 
einmal für immer von einander abscheiden wollen durch eine große Mauer, 
die leyterer in einer Nacht vor dem ersten Hahnenschrei erbauen sollte. 
Weil aber der Hahn zu früh krähte, blieb die Mauer unvollendet. Ge- 
meint ist der römische Psalgraben, der auch Teufelsniauer heißt. Auch 
am Harz kommt diese Sage vor und wieder am Danewirke, dem anmaß- 
lichen Grenzwall zwischen Sachsen und Dänen. Eine Mauer schließt in 
andern Sagen das Land des ewigen Lebens von der Menschenwelt ab. 
21. Zwölf Himmelsburgen. 
Die zwi3lf Himmelsburgen, welche Grimnismal nennt, scheint 
sich der Dichter als in Asgard gelegen vorzustellen und -eben da denkt 
sich D. 14 die zwölf Stiihle der richtenden und rathenden Götter. Ur- 
sprünglicl) hatte es aber wohl eine andere Bewandtniss wenigstens mit 
einigen derselben: so mochte Noatun, die Wohnung des Wanengottes 
Niördr, in Wanenheim, Thrymheim, des Riesen Thiassi Wohnung, in 
Riesenheim gelegen haben. Als aber Niördr als Geisel zu den Asen kam, 
und Skadhi, Thiassis Tochter, die den Tod ihres Vaters zu rächen kam, 
damit begiitigt wurde, daß sie sich einen Gemahl, unter den Asen wählen 
durfte, scheint man auch ihre Wohnsitze dahin verlegt zu haben. Tilgen 
wir das an der dritten Stelle genannte, aber nicht mit gezählte Alfheim, 
das wir schon unter die Welten verwiesen haben, so sind die genannten 
Himmelsburgen oder Göttersäle folgende: 
l. Thrudheint wird zuerst als Thc")rs-Wohnung genannt. Nach 
D. 21 heißt dagegen sein Reich Thrudtvang nnd sein Palast Bil- 
skirnir. Von ihm sagt and) Grimm 24:.
        

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