Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-398153
Z. 130as 
Peter Sdhlemihl. 
483 
wie das auch der Sinn der Schlentihlfage ist. Bei der altd. Schatten- 
bus3e RA. 676iso wie bei der an dem Schatten des Schuldigen vorge- 
nommenen Enthauptung geht diesem doch die äußere Ehre verloren, und 
auf die äußere Ehre hab ich schon bei Lebzeiten Chamissos mit dessen Zu- 
stimmung Schlemihls Schatten gedeutet. Der Name bedeutet in der 
Gaunerfprache Pechvogel.  
Das ethische Kinderstehlen (vgl. was S. 486 von Wechselbälgen 
gesagt ist) ist in der Liegende von Zeno, welche B:-uns und Lübben her- 
ausgegeben haben, auf den Teufel übertragen, der das Kind stiehlt und 
sich selbst dafür in die Wiege legt. Jenes Kind wuchs heran, aber der 
Teufel gedieh nicht, obgleich der arglofe Vater all sein Erbgut verthat 
ihn zu füttern. Das währte bis der rechte Sohn, den der Bischof von 
Mailand studieren lassen, der aber auch die Schwarzkunst gelernt hat, 
den Teufel in ein Glas bannt und dem Bischof zum Geschenk macht. 
Das Weitere gehört nicht hieher. Auch Bruder Rausch, von dem das 
Volksbuch als einem Teufel erzählt, war ursprünglich ein Kobold, und 
schon fein Name bezeichnet ihn als Poltergeist. M. Volksbiicher Vl, 387. 
Sind doch auch die Pflanzennamen, unter welchen der Teufel den Hexen 
den Hof macht, so wie sein Erscheinen als Schiuetterling, von den Elben 
hergenonnnen. 
Helden. 
130-I. Götter- und Heldeusage. 
Daß die Heldensage ihrer historischen Bestandtheile wegen eine ge- 
sonderte Abhandlung verlangt, ist schon J. BE) angedeutet; gleichn1ohl sind 
die Helden gelegentlich zur Sprache gekommen um ihren Ursprung ans 
-den Göttern nachzuweisen. Hier soll nur daraus die Summe gezogen 
und das Verhältniss der Heldeusage zur Göttersage dargelegt werden. 
 Dem bedenklichen Satze J. Grimms (Myth. 315), daß die Helden 
vergötterte Menschen seien, fühlt man sich versucht, den ganz unbedenk- 
lichen gegeniiberzustellen, daß vielmehr vermenschlichte Götter in den Hel- 
den nachlebeu. Setzt Grimm doch selber M. 356 hinzu: ,,Sind die Hel- 
den von"eiuer Seite betrachtet vergötterte Menschen  so dürfen sie zum 
Widerspiel auch als vermenschte Götter angesehen werdeu." Damit lassen 
wir uns indes nicht beschwichtigen, da wir uns siir die erste Hälfte des
        

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