Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-397621
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AlegUst- 
K. Gdldemar. Volmar. 
Oberon- 
gleichen Stamnwater haben sollen, da doch auch sie aus des Meerriesen 
Blut und Gebein entstanden sind. So werden D. 61 einige Zwerge als 
Söhne Jwaldis (des innenwaltenden) bezeichnet, welcher nach Hrafn. 6 
auch Jduns Vater sein soll. Aber Söhne des innenwaltenden (Loki?) 
könnten alle Zwerge heißen, da sie selbst die innenwa"ltenden sind. 
Die drei Reihen, die den obigen drei Scharen S. 425 gleichen, er- 
innern daran, daß die deutschen Elben und Zwerge eigene Königreiche 
bilden. Jn der Edda findet sich davon keine Spur; oder wäre Freyr, 
dem Alfheim (die Sonne  zum Zahngebinde geschenkt ward, als König 
der Alsen gedacht? Jedenfalls gehörte ihm ein elbisches Reich; doch 
warum könnte es nicht in der Unterwelt gelegen haben, auf die er so 
viele Bezüge zeigt? Aber schon die schwedische Huldra ist Königin des 
Huldresolks; in Deutschland heißt Goldemar König, nicht sein Bruder 
Alberich, den doch der Name als Elbentönig bezeichnet; im -Ortnit, wo er 
Elberich heißt, trägt auch Er die Krone. Alberich ward in der franzö- 
sischen Sage, die nach England überging, zu Oberon, und jeyt heißt er 
wieder König. Der dritte Bruder, Elbegast, ,der schlaue berüchtigte Diebs 
heißt in dem niederländischen Gedicht Alegast; er holt den Kaiser Karl 
in Jngelheicn zum nächtlichen Stehlen ab. Hier ist auch er in die nen- 
fränkische Sage getreten. Man könnte an Alwis S. 235 denken, wenn 
er Thc3rs Tochter Thrüdh einführen, nicht die Verlobte Braut heimholen 
 wollte; nur der Steinjötunn Hrnngnir heißt Thrudhs Dieb, weil das 
auf steinigen Boden sallende Samenkorn nicht aufgeht, Uhland 82. Sonst 
ist es bei den Zwergen hergebracht, die Braut zu entwenden. Goldemar 
stiehlt die Hei-tlin, des Königs von Portugal4Tochter, Laurin die Simild, 
Dietleibs Schwester. Goldemar ist noch tiefer in die Heldensage ver- 
flochten. In dem Geschlecht der Hardenberge an der Ruhr war nach 
Gobelinus Persona, vgl. Zimmerische Chronik III, 85, der Name Nebe- 
ling (Nibelung) herkömmlich. Bei einem dieser Nevelinge hielt sich Kö- 
nig Goldemar als Hausgeist auf, spielte wunderschön Harfe, war des 
Brettspiels kundig, trank Wein und theilte mit dem Grasen das Bette. 
Er warnte ihn auch vor dem Uebersall seiner Feinde nnd berieth ihn, 
wie er ihrer Hinterlist entgehen sollte. Seine Hände, die sehr weich an- 
zusühlen waren, ließ er wohl betasten, wollte ße aber nicht sehen laßen. 
Sein dreijähriger Aufenthalt aus Schloß Hardenberg galt eigentlich der 
schönen Schwester des Grafen, welcher den Zivergkönig Schwager nannte. 
Die lebende Volkssage, die ihn König Volmar nennt, fügt hinzu, ein 
neugieriger Küchenjuuge habe ihm einmal Erbsen und Asche gestreut, da- 
mit er zu Falle käme und seine Gestalt in der Asche abdri"ccke. Als aber 
der Koch am andern Morgen in die Küche trat, fand er den Küchen- 
jnngen am Bratspieß stecken. Kahn WS. 138. Myth. 477. Von Ent-
        

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