Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-397316
Du-izehn Asinnen. 
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Sand- könnte auch auf das Meerufer gehen, wo ihr Tempel stand: so 
wäre sie eine Göttin des Strandrechts, dessen Ertrag die Userbewohner 
reichlich wünschten, das r vor auciiga wäre dann zu streichen- Die Den 
Unten, De Wa1210, erinnert an den schwarzen Untelstein (Basalt), von 
dem Unkel den Namen hat. Was Unk, engl. .Jnk bedeutet, kann bei 
jedem Schulkinde ersragt werden. Rosme1-to (De Weil p. 172-5) ist 
man versucht, auf die Pferdemar oder Mahrt F. 125 zu deuten. Für 
Dexivae (De Wa1 71), wenn sie nicht sonst bestätigt ist, möchte man 
Deus sie:-te lesen und an unsere Sis s. 1l1 denken. Bittens (De Wir! 
170) könnte als eine deutsche lieb:-is (rnit galIischer Endung) verstanden 
werden. Auf ein Heiligthum der Monate-c im Kottenforst schließe ich ans 
dem dort urkundlicheu ,Vermüntebusch'.  
3. Eine Reihe Göttinnen nennt noch D( 35; ich gedenke hier nur 
derjenigen, deren Namen wir anderwärts zu besprechen nicht Gelegenheit 
haben. Zunächst Hnoss, die Tochter Freyjas und Odhrs: sie ist so 
schön, daß nach ihrem Namen Alles genannt wird, was schön nnd kostbar 
ist. Heimskr. 13 stellt neben sie Gersemi: beide Namen bedeuten Kleinode 
und Geschmeide: so erinnern sie an die Jungfrau Spange in ,König 
Oswaldes Leben'. Pamige im andern Os1vald sä)eint aus Spange ver- 
lesen. Jene Geschmeide sind wohl als Blumen des Frühlings zu verstehen, 
wie auch Odin sich bei der Rinda als Goldschmied einführte, der sommer- 
liche Gott, welcher der Erde Blumen des Frühlings verheißt, wenn sie 
sich ihm verbinde- Siöfn sucht die Gemiither der Menschen, der Män- 
ner wie der Frauen, zur Zärtlichkeit zu wenden, nnd nach ihrem Namen 
heißt die Liebe Siafni. Mit unserm Seufzen verwandt scheint der Name 
Liebessehnsucht und Verlangen auszudrücken. Lofn ist den Anrufendcn 
so mild und gütig, das; sie von Allvater oder Frigg Erlaubniss hat, Män- 
ner nnd Frauen zu verbinden, was auch sonst für Hindernisse entgegen- 
stehen. Daher ist nach ihrem Namen der Urlaub genannt, so wie Alles, 
was Menschen loben nnd preisen. Beide Dentungen, so verschieden sie 
scheinen, gehen aus lindern 1anb lubun nro. 530 zurück, und so möchte 
Fraulanbersheim auf diese Göttin gedeutet werden. Von Wara (foe- 
dus) heißt es: ,sie hört die Eide und Verträge, welche Männer und Frauen 
zusammen schließen, und straft diejenigen, welche sie brechen. Sie ist weise 
und erforscht Alles, so das; ihr nichts verborgen bleibt! Syn (ahd. 
suojo.) bewacht die Thüren der Halle nnd verschließt sie Denen, welche 
nicht eingehen sollen; ihr ist auch der Schuh Derer befohlen, welche bei 
Gericht eine Sache längnen; ,daher die Redensart: Syn (Abwehr) ist vor- 
geschoben, wenn -man die Schuld läugnet." Muth. 843 weist aus unserm 
ältern Recht ,sunnist oxcusat:j-o nach. Ferner Hlin, die von Frigg 
allen in Gefahr Schwebenden zum Schuh bestellt ist. Daher das Sprich-
        

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