Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-396424
Zl0 
Grendel. Loki. 
95. Lock.  
Da Loki hier den Schluß macht, obgleich wir seinen Namen F. 38 
von 1ukati, schließen, abzuleiten Bedenken trugen, so soll hier, um Allen 
und auch Denen gerecht zu werden, die einen Was3ergott (5. 4-Z) in ihm 
sehen, nicht verschwiegen werden, daß M. 222 den Loki mit jenem sumps- 
bewohnenden Grendel im Beowuls zusanunenstellt, einem gcspenstischeu 
Waßergeist, der mit seiner norh schlimmern aber uugenannt bleibenden 
Mutter Nachts in den Saal König Hrodgars einbricht, seine Helden mor- 
det und in seinen Sumpf hiuabzieht. Sein Name wird aus cIhd. k1-intil, 
Riegel, gedeutet, wie helle:-ige1 des Teufels Großmutter zu meinen scheint. 
Auch scheint der hochd. Flus3name Krintilaha einen Was3ergeist Krintil zu 
bestätigen. Vgl. Sihade im Weimar. Jahrb. V, 383; s. jedoch Wein- 
hold Riesen 33, wonach der Name den Verderber, Zermalmer bedeuten 
würde. Grendels Mutter gleicht allerdings der neunhnndertjährigen Ahne 
bei Hymir (s. 85) und der spätern Großmutter des Teufels-.. Wie Oegir 
und Ratt sind beide nur Personisicaiionen des ungebändigten Meeres. 
War Logi der Endiger, wie Uhland wollte, so würde es um so wahr- 
scheinlicher, daß er auch dem legten Wochentage den Namen gegeben habe, 
wie denn der nordische Laugardagr aus Loki entstellt sein könnte, Mhth. 
114. 115. Wenn aber Saiurnus im Mittelalter ein teuslisches Ansehen 
gewann, wie läßt sich das anders erklären, als weil er sich als Wochen- 
tagsgott mit Loki berührte? 
Daß Loki als Utgardhaloki, als Vater der He! und Narfis, dessen 
Sohn die Nacht ist l3. 14), zum Todteugotte ward, erläuterten wir aus 
der zerstörenden Natur des Feuers. Einmal als Todtengott gedacht, 
konnte er auch mit Sumpf- und Waßergeistern in Beziehung treten, die 
man in der Waßerhölle hausend dachte. Dies; Alles galt uns aber für 
jüngere Auffassungen des milden Gottes des Lichtes und der al1verbrei- 
teten Wärme. Werden wir doch selbst in Hel, der Todesgöttin, welche 
Hyndl. 37 als das alIerabscheulichste Scheusal bezeichnet, F. 96 eine gü- 
tige Gottheit erkennen. Jst aber ihre Verwandtschaft mit Loki so alt, das; 
dieß-bei Erwägung seines Wesens in Anschlag käme? Wir gedachten 
dies; bisher zu verneinen. Wie aber, wenn Loki als Vater der personi- 
sicierten Unterwelt, der altes Leben entspringt, ebensosehr der Anfang als 
das Ende-wäre? Hei und die Midgardschlange sind im Ragnarökniythns, 
den wir in" den Gesihicken der Welt zu erläutern hatten, ebensosehr von 
ihrer Schattenseite ansgefaßt als LYoki selbst, und nur der Fenriswols, 
wenn er nicht aus Nidhöggr entsprang, muß nothwendig eine Zeugung 
des schon entwürdigten Loki sein.  
Für ganz neu halt ich es auch, wenn Hhndlul. 38 Lokis Bosheit 
von dem Genuß eines halbverbrannten, steinharten Frauenherzens abgeleitet
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.