Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-393441
12 
Abcrglaube. 
katholifcher Kirche guet geheißen wird'; nach S. 289 soll. wider diejenigen, 
die mit dem Teufel ein Verbündniss gemacht, ,mit der Fewrstraff und Ein- 
ziehung feiner haab und guetter verfahren ioerden'; dieselbe Strafe wird 
denen durch Griffe mit glühenden Zangen geschärft, die an Menschen und 
Vieh und Früchten durch Zauberei Schaden gethan haben. So heißt es in 
einem fürstl. durdhl. herzoglich bayerifchen Landgebott wider den Aberglau-  
ben, Zauberei, Hexerei vnd andere strafliche teufels Künste von1 J. 1611. 
Ein Büchlein unter dem Titel: ,Aberglaub, das ist, kürYlicher Bericht 
Von Verbottenen Segen, Arhneien, Künsten, vermeinten! Gottesdienft, 
vnd andern spottlichen Veredungen, darin viel Christen, wiffentlich oder 
onwiffentlich, wider das erst vnd ander gebott Gottes, schwerlich vnd ver- 
damlich sündigen. Von netven vbersehen vnd gemehrt durch Herrn Jod. 
Lorichium, H. Schrifft Doct. vnd Professor. Getruckt zu Frei)burg im 
PreißgaW, durch Martin Böckler, Cum 1ioent;ia Superi0I-um Anna 
M.l).XOIIl', theilt den Aberglauben in Gattungen und seht ihm im 
Ganzen mit vernünftigem Gründen zu; aber auch dieser einsichtsvolle 
Mann glaubt zuletzt doch an Hexen und Zaubercr. Vgl. Zingerle S. 
467 ff., wo ein Theil dieses Büchleins nach einer Bozner Handschrift 
mitgetheilt ist. Eine vortreffliche Sammlung, die sich aber auf den Aber- 
glauben nicht- beschränkt, führt den Titel: ,Aus der volksmäfzigen Ueber- 
lieferung der Heimat, von P. Amand Baunigarten", scheint aber nicht im 
Buchhandel. Das Neueste ist J. Haltrichs treffliche, 1871 in 2. Aufl. erschie- 
uene Schrift ,iiber Macht und Herrschaft des Aberglaubens'. Hier finde ieh 
aber folgende Sähe als Aberglauben aufgeführt, die ganz richtig sind: 
I. ,Bei znnehmenden1 Mond muß man das sehen was aus der 
Erde herauswächst; bei abnehmendem was in die Erde hineintvächst;- 
. 2. ,Wenn Wölfe und Füchse in einem Orte bis mitten auf den 
Platz kommen, dann ist die Thenrung nicht fern.' 
Bekannt ist Ad. Wuttkes Monogr-aphie ,Der deutsche Volksabergiaube 
der Gegenwart' 2te Aufl. Berlin 1869. 
 5. Plan der Abl)andlung. 
Bei der Anordnung gehen wir davon ans, das; unsere Mythologie, 
in der nordischen Auffassung, die san-Z als Wegweiserin dient, am Deut- 
lichsten einen innern Fortschritt zeigt, wodurch sie sich von andern, der 
griechischen namentlich, unterscheidet. Man kann von einem deutschen 
Götterepos sprechen, das sich neben Helden- und Thierepos als selbstän- 
dige, höchste Gattung hinstellt. Gleirh jenem ist es in einer Reihe volks- 
mäßiger Lieder behandelt worden, harrt aber noch des tiberarbeitenden 
bewnsten Dichters, der es zu einer einzigen, großen Epopöe zu gestalten 
wüste. In das Heldenepos greifen die Götter nur gelegentli(h ein, in
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.