Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-395396
Pfetdetrappe. 
Wuotan. Wunde:-nde Götter. 
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über die sieben Bergstädte; andere wollen ihn öfter gehört haben; Wem 
er aber begegnet, der muß sich wohl hüten, ihm nachzurusen, sonst geht 
es ihm schlecht. Der wilde Jäger hat nämlich unsern Herrn Jesus aus 
einem Flns;e, wo er seinen Durst stillen wollte, nicht trinken las;en; auch 
von einer Viehtriinke hat er ihn sortgejagt: ans einer Pserdetrappe, 
wo sich Was3er gesammelt, hat er gemeint, könne er trinken, und dafür 
muß er nun ewig ,wandern" und sich von Pferdefleisch nähren, nnd wer 
ihm nacht-uft, dem bringt er etwas Pserdefleisdh und er muß auch da- 
von eßen.' 
Die hier angegebene Ursache der Verdannnnng zu ewigem Wandern 
und Jagen statt der gewöhnlichen ,weil sie gewünscht haben ewig jagen 
zu dürfen' sieht der ähnlich genug, um welche Ahasver ewig wandern 
muß. Aus der christlichen Gestaltung der Sage vom ewigen Juden kann 
sie aber nicht abgeleitet werden, da die Beziehung aus die altdeutschen 
Pserdeopser, die schon in der Pserdetrappe enthalten ist (denn aus 
Rosshufen wird bei Hexenmalzeiten getrunken, Baader 32), sich dann nicht 
erklären lies;e. Wie hier noch kein Jude, sondern ein Jäger zu ewigem 
Wandern verdammt wird, so spielt die Sage auch noch in Deutschland, 
wo aber (s. u.) Christus mit Petrus oder Einer von beiden allein in nn- 
zähligen Sagen erscheinen; wir wissen aus Myth. Vorr. 36, daß sie an 
die Stelle der wandernden Götter getreten sind. Der erste Anfang der 
Christianisierung einer heidnischen Sage war hiemit schon gegeben. Wird 
man nicht weiter gegangen sein und das Lokal nach Palästi1ia verlegt 
haben? Dann muste natürlich auch die Pserdetrappe wegsallen; die 
Anknüpfung an Christi Leiden bot sich von selber dar. Ueber den auf 
den ewigen Juden übertragenen großen Schuh Widars, der ihn dann 
zum Schuster machte s. Z. 46. Auch der Name Buttadeus, den der ewige 
Jude bei Liberius Praxis Ali-hymi-re P. 291 und bei Bullenger hist. 
sui temporis führt,  kann aus Odin gedeutet werden. Vgl. Ztschr. für 
Myth. I, 432-as. Leopr. So. 
 74. Odtn als Wanderer, Himmels- und Geftirngott. 
Der wandernde Jude leitet uns hinüber zu den Wanderungen Odins 
im Himmel und auf Erden.  Von den leZtern war oben bei feinem Bei- 
namen Gangradr, Gangleri u. f. w." die Rede; auch haben wir ihn frhon 
oben Z. 31 mit andern Göttern feiner Trilogie auf Erden wandernd 
getroffen. Es ist der deutschen My"thologie mit der indischen, ja mit der 
fast aller Völker gemein, daß die Götter auf die Erde herabsteigen, das 
Leben und die Sitten der Menschen, besonders in"Bezug auf die Heilig- 
haltung des Gaftrechts, zu prüfen. Die Götter wandeln, wie Mahadöh
        

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