Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-395190
Wunsöhkinder. 
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Gatten, die sieh durch Friggs List zu Gunsten ihres PfleglingZ entscheidet. 
Derselbe Wetteifer wiederholt sieh bei der Sage vom Ausgang der Lango- 
barden DS. 389. Ztschr. V, 1, s. Z. 108; im Wesentlichen eins mit jener in 
Grimnism., nur daß an die Stelle der feindlichen Brüder zwei feindliche 
Völker treten.- Die List, deren sich hier Frei-a (Frigg) bedient, Gwodans 
Bett umzukehren, kehrt im Märchen von Gevatter Tod wieder, so daß 
dieser Zug den engen Kreis; unserer Schuhverhiiltnisse nicht verlassen hat. 
An Starkadrs Verhältniss zu Hrosshar?-graut sahen wir oben ein Beispiel, 
daß die Gunst Odins mit der Feindschaft Th6rs erkaust werden muste, 
und dies; ließe sich noch an mehrern Thorshelden, welche Uhland (Mythus 
des Thor) besprochen hat, darth1m. Ein solcher Gegensay zwischen Thor 
und Odin bildet auch die Grundlage des freilich späten Harbardsliedes. 
Auch andere Götter haben ihre Schuhbesohlenen, wie schon die Namen 
Fr6win, Baldewin, Albwin, Bregovine, Nantwin aus solche Gönnerschast 
hinweisen.   
69. Verl)eißuugen Walhalls. 
Schon oben ist gesagt, das; Odin als Gott des Geistes besonders 
den kriegerisehen Geist, den germanischen Heldengeist bedeutet, nnd so 
sahen wir ihn auch J. 67 die keilförmige Schlachtordnung lehren. Als 
Geber alles Guten konnte er, wie die Sage vom Ausgange der Lango- 
barden ausdriicklieh sagte, kein höheres Gut verleihen als den Sieg. 
Darauf gehen viele Beinamen und Attribute, dartun sind ihm die Thiere 
des Sdhlachtfeldes heilig, darum kommt Niemand in seinen Himmel, der 
nicht in der Schlacht gefallen oder an Wunden gestorben -ist. Seine 
himmlische Halle heißt darum Walhall wie er selber Walvater, weil Wal 
den Inbegriff der in der Schlacht Gefallnen bezeichnet und alle seine 
Wunschsöhne sind, die auf dem Walplaxie fallen. Die Walkiiren, die 
eben so seine Wunschmädchen heißen, oder Freyja, aus welcher sie ver- 
vielfältigt sind, sendet er aus, den Wal zu liefen und seiner himmlischen 
Halle als Einherier (Schreckenskämpfer) zuzuführen D. 20. Dort geht er 
seinen Gästen entgegen und empfängt sie an der Schwelle; schon vorher 
hatte er das Mal rüsten lassen zu ihrem Empfange, wie das im Eriks- 
mal (Skaldsk. 2) herrlich geschildert ist. Sie trinken mit den Göttern den 
süßen Meth, der aus dem Euter der Ziege -Heidrun, S. 37, fließt (D. 39) 
oder den Begeisterungstrank der Asen und Skalden, dessen Ursprung D. 57. 
58 erzählt ist. S. S. 76. Auch die Speise, das Fleisch des Ebers Süh- 
rimnir, ist ihnen mit den Göttern gemein. J-eglichen Tag wird er gesotten, 
heißt es D. 38, und ist am Abend wieder heil. Auch an Kurzweil fehlt 
es da nicht: jeden Morgen, wenn sie angekleidet sind, wappnen sie sich 
und gehen in den Hof und fällen einander. Das ist ihr Zeitvertreib.
        

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