Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-394268
 Luft Wasser Feuer 
Kaki Oegir Logi 
Fasolt Ecke Ebenrot 
Bileistr Helblindi Loki 
Odin Hönir Loki 
Zeus  Poseido"n Hephaistos. 
Zugleich zeigt sich die Trias Odin Wili We, weil sie mehr eine 
geistige Bedeutung zu haben scheint, wenn wirklich Wili auf Wunsch, 
Willen (Verlangen) zu beziehen ist, als eine spätere. Hönir wird in der 
jiingern Edda als Pfeilkönig bezeichnet: da der Pfeil das Verlangen 
ausdrücken kann, so scheinen doch beide Trilogieen verwandt. 
Daß Loki" in der ältern Göttersage Odins Bruder war, klingt noch 
in der Oegisdrecka nach, wo Loki Str. 9 sich rühmen darf, in der Urzeit 
das Blut mit Odin gemischt zu haben, bekanntlich die Weise, wie das 
Freundschaftsbündniss feierlich eingegangen ward, denn die s. g. Bluts- 
brüderschaft ist eine Nachbildung der natürlichen Verwandtschaft. 
Seit dem Frieden mit den Wanen verschwindet Hönir, der zweite 
Bruder, aus Asgard: er war den Wanen als Geisel hingegeben worden, 
welche dafür den Niördr stellten, gleichfalls einen Gott, der das Element 
des Wassers zur Grundlage hat. Loki, der dritte Bruder, blieb unter 
den Asen; aber seit die Götter sijndig geworden waren, schen wir ihn 
immer mehr in ein ungünstiges Licht gestellt, er erscheint-nur noch als 
Odins Feind, nicht mehr als sein Bruder. Neben Loki besteht aber Logi, 
das Elementarfeuer, noch fort, mit welchem Loki sogar einmal einen 
Wettkampf eingeht. Ja neben Loki zeigt sich bei derselben Gelegenheit 
noch Utgardaloki, Saxos Utgarthilocus, ein außerw"eltlicher Loki, der sich 
zu jenem etwa wie Hndes zu Hephaistos verhält. 
Das Räthsel, wie Loki, die Schande der Götter und Menschen, unter 
den Asen bis dahin geduldet worden war, hat uns nun die Geschichte der 
Mythenbildung gelöst. Seinem Wesen lag eine elementare Macht zu 
Grunde, das Feuer, und wie dieses Element einerseits wohlthätig wirkt, 
andererseits aber auch zerstörend, so zeigt sich uns dies; auch in der dop- 
pelten Natur Lokis. Als Gott des Feuers muß er unter die Asen 
gekommen sein; aber außer der Thrymskwida ist uns kaum ein 
Mythns erhalten, worin seine wohlthätige Natur allein zu- Tage träte; 
vielmehr scheint es der Dichtung darum zu thun, die Doppelsinnigkeit sei- 
nes Wesens auszudecken. Selbst in D. 61, wo er doch alle Kleinode 
(Attribute) der Götter, Th6rs Hammer, Freyrs Schiff u. s., w. durch die 
ihm nahverwandten Zwerge schmieden läßt, ist er den Göttern so herliche 
Geschenke zu bieten durch einen Diebstahl bewogen, dessen er sich schuldig 
gemacht hat, indem er der Sif hinterlistiger Weise das Haar abschor; ja
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.