Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen
Person:
Simrock, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-391329
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-394242
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Loki. 
ist aber nur sein Methtrinken aus dieser Quelle auf sie bezogen, wobei es 
zweifelhaft bleibt, ob darin eine Gefahr für die Götter gefunden wird, 
daß Allvater sich in die Vergangenheit versenkt statt den Blick in die Zu- 
kunft zu richten und den Anforderungen des Augenblicks zu genügen, oder, 
und dafür entscheiden wir uns, ob hier wie Str. 47 in den Worten: 
 Odin murmelt mit Min1irs Haupt 
auf die Aufschlüsze hingedentet wird, welche die Vergangenheit mittelbar 
über die Zukunft geben kann. Auf jene haben wir s.19 Mimirs Brun- 
nen gedeutet, und damit beide Stellen der Wölnspa (Str. 22 und 47) 
dem nicht entgegenzustehen scheinen, müs3en wir noch einmal an.die Worte 
unseres Dichters erinnern:  
Denn Alles was entsteht, 
  Jst werth, daß es zu Grunde geht. 
Die Vorkehrungen der Götter. 
" 37. Loki in der Trilogie der Götter. 
Schon mit dem Verluste der Unschuld hätte die Götter die Ahnung 
des Untergangs ergreifen sollen; aber erst nach Baldurs Tode, welchen sie 
nikht hatten verhindern können, fanden sie es nöthig, dem hereinbrechenden 
Verderben entgegen zu wirken. Zuerst suchen sie den Loki, von dem bis- 
her alles Uebel ausgegangen war, unschädlich zu machen, dann aber durch 
Feßelung des Wolfes Fenrir den Untergang abzuwehren. Leider vergeßen 
sie dabei, die als Fenrirs Geschlecht bezeichneten Wölfe Z. 13, die sich 
von Fleisch und Blut der im Brndermord Erschlagenen nähren und des 
Himmels Lichtern nachstellen, gleichfalls in Feßeln zu schlagen, durch welche 
Versänmniss später sowohl Loki als Fenrir befreit werden und der Tag 
des Untergangs hereinbricht.  
Auf Baldurs Tod läßt die jüngere Edda D. 5() Lokis Bestrafung 
folgen, während er nach Oegisdrecka erst noch die übrigen Götter bei dem 
Gastmal Oegirs verhöhnt, wonach denn das über ihn verhängte Gericht 
als eine Strafe für diesen Frevel, die Beschimpfung der Aseu, erscheint. 
Loki hatte aber mehr an den Göttern verschuldet als Baldurs Tod und 
jedenfalls mehr als jene Ver"lästerung bei Oegirs Gastmal und darum 
sind wir nicht verpflichtet, der einen oder der andern Weise zu folgen. 
Wir müssen Lotis Verhältniss zu den Göttern im Ganzen betrachten, 
namentlich auch seine Verwandtschaft mit der Todesgöttiu Hel, mit der
        

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