Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Elemente der Kunstthätigkeit
Person:
Grueber, Bernhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-387987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-389069
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III. 
Bildung 
und 
Charakteristik 
der 
Formen. 
nicht selten als ein Meisterwerk geometrischer Bildung, gehoben 
durch farbige Ausstattung. 
Viele Thiere der mittlern Ordnungen zeichnet: sich durch 
leuchtende Farben aus, wobei die nahen Beziehungen zwischen 
Form und Farbe oft mit großer Bestimmtheit hervortreten. 
Das allmähliche Steigern wie das Zurückweichen der Farben 
steht im engsten Zusammenhange mit der Entwickelung der Orga: 
nismen, wie schon aus dem Umstande erhellt, daß die im Wasser 
oder in der Luft, also im Bereiche der größten Strahlenbrechung, 
lebenden Thiere mit den intensivsten Farben ausgestattet sind, 
während die auf der Erde lebenden größtentheils matte Färbung 
zeigen, und die unter der Erde sich aufhaltenden Würmer bei: 
nahe ganz farblos sind. 
Die Thiergestalten werden durch mehr oder minder gebogene 
Linien umschrieben; schnurgerade Linien und ganz ebene Flächen 
kommen in diesem Reiche nicht vor. Die Schlangen und Sau: 
rier bewegen sich in fortlaufenden Wellenlinien, die Fische werden 
durch Segmentbogen, die Vögel durch mehrfach geschwungene 
Linien gezeichnet. Den größten Formwechsel gewahrt man bei 
den Säugethieren, von denen die meisten behaart und nur we: 
nige mit glatter Haut oder mit Gürtelpanzern, Schuppen u. dgl. 
versehen sind. 
Bei den letztern, welche unter den Säugethieren den tiefsten 
Rang einnehmen, waltet die geometrische Vildungsweise entschieden 
vor, welche bei höherer Entwickelung mehr und mehr abnimmt 
und zuletzt nur an einer oft vorkommenden symmetrischen Flecken: 
vertheilung zu bemerken ist. So haben schwarze Pferde nicht 
selten weiße Füße und solche Stirnflecken, die gelben Tiger gleich: 
mäßig vertheilte schwarze Querstreifen, lichtfarbige Hunde schwarze 
oder gelbe Ohren u. s. w. 
Die größten Säugethiere, Wal, Elefant, Nashorn und 
Flußpferd, sind geradezu unförmlich und lassen an ihrem Aussen: 
bau von höherer Organisation keine Spur wahrnehmen; andere, 
wie die Kamele, Giraffen und Robben, erscheinen mehr aben: 
teuerlich als vollkommen entwickelt, während die Mehrzahl der 
Nage: und Raubthiere sich durch Formenschönheit auszeichnet. 
Das Eichhörnchen in seinen possirlichen Stellungen, der Löwe in 
Ruhe, der Leopard im Sprunge, verdienen als hervorragende
        

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