Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Elemente der Kunstthätigkeit
Person:
Grueber, Bernhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-387987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-389027
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IlI. 
Bildung 
und 
Charakteristik 
per 
Formen. 
Hügel solche Regelmäßigkeit, 
voraussehen möchte. 
selten zeigen diese 
liche Abarbeitung 
daß 
McM 
künst: 
Krystallformeu. 
Unendlich mannichfaltiger als die auf mechanischen: Wege 
erzeugten Bildungen erscheinen jene, bei deren Entstehung ehe: 
mische Kräfte gewirkt haben. Es sind zunächst die Krhstalle, 
welche unsere Aufmerksamkeit fesseln. Sie gehören vorzugsweise 
dem Mineralreiche an und zeigen einen Formenreichthum, welcher 
in Verbindung mit strenger Negelmäßigkeit ohne Zweifel von 
Einfluß auf die Kunstitbung gewesen ist. Durch Krhstallisation 
werden die mannichfaltigften geometrischen Körper, vom einfachen 
Würfel bis zu den verwickeltsten Combinationen hervorgebracht 
und zwar mit einer Schnelligkeit, daß man die Entstehung be: 
obachten kann, ohne jedoch über die wirkenden Ursachen aufge: 
klärt zu werden. 
Die Griechen bezeichnen mit dem Worte xpi5csrocMo; ur: 
spriinglich das Eis, verbanden also damit den Begriff des Er: 
starrens, während wir vielmehr die ersten Stufen des Wachs: 
thums in der Krystallbildung zu erblicken gewohnt sind. 
Die Mannichfaltigkeit der Bildungen und VerseZungen geht 
ins Unendliche: in den Lehrbüchern werden Hunderte von For, 
men aufgezählt, ohne daß die Summe auch nur annähernd be, 
zeichnet werden könnte. Dabei wechselt das Größenverhältniß 
so außerordentlich, daß man oft mit dem schärfsten Vergrößerungs: 
glafe die einzelnen Jndividuen nicht zu unterscheiden im Stande 
ist, während nicht selten Gebilde von den kolossalsten Dimen: 
sionen vorkommen. 
 Die KrhstaIIformen sind vorwaltend architektonischer Natur, 
und viele derselben wurden nachweisbar in die Bautechnik über: 
tragen: so sind die prismatischen Säulen, die UmseHungen der 
Polhgone, die Dnrchschneidungen der Gliederwerke offenbare 
Nachbildungen von Krhstallisationen. Die aus Säulen ausge2 
thürmten Basaltphramiden, bei welchen die einzelnen Stücke rings 
an eine senkrechte Mittelsäule angelehnt sind, scheinen die Vor: 
bildet der gothischen Thnrmbauten gewesen zu sein. Es darf
        

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