Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Elemente der Kunstthätigkeit
Person:
Grueber, Bernhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-387987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-388868
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Licht 
und 
Farbe. 
wie Godefried Schalken und Moritz Müller in ihren Flammen: 
bildern gethan, die sämmtlichen Farben der jemaligen Gemälde 
tiefer stimmen, um das Leuchten der Sonne, des Kerzenlichtes 
oder Feuers hervorzubringen, wobei er den Mangel eines inten: 
sivern Lichtes fortwährend empfindet. 
Dieses eigenthümliche Verhältniß des Weißen einerseits zum 
Lichte und andererseits zu den Farben ist als die nächste Ursache 
des erwähnten Farbenstreites anzusehen. Jndem wir zur Erör: 
terung der streitigen Punkte übergehen, haben wir der nähern 
Verständigung wegen einige Worte über die gegenwärtig übliche 
Eintheilungsweise der Farben vorauszusenden. 
Classificirung 
der 
Farben. 
Die verschiedenartige Natur der Farben wurde von je er: 
kannt, und es war namentlich Aristoteles, der die Farben in 
einfache, gemischte, unbestimmte und künstliche eintheilte. Die 
neuern Theoretiker nehmen drei Arten von Farben an, nämlich: 
II 
pht2fi0IVg3sche 
oder 
subjective 
Farben, 
2J 
physische 
oder 
optisChe 
Farben, 
und 
3I 
Gemische 
all 
den 
Körpern 
hcIftende 
Farben. 
II Die physiologischen Farben entstehen in jedem gesunden 
Auge: sie werden hervorgebracht durch jene Eindrücke, welche 
das Auge kurz vorher empfangen hat, und zeigen stets die rich: 
tigen Complemente der erschauten Farben. Hat man erst einen 
purpurrothen Gegenstand längere Zeit betrachtet, wird sich bei 
Wendung des Blickes reines Grün als Con1plement einstellen: 
so wird es geschehen den ganzen Farbenkreis hindurch, Gelb 
wird das Violett, Blau das Orange hervorrusen, wie verkehrten: 
falls Orange das Blau und Violett das Gelb. Auch werden 
jedesmal die Complemente sich von der einen oder andern nächst; 
gelegenen Farbe ebenso weit entfernen, als die ursprünglich 
erschaute Farbe sich einer zweiten zuneigt. Hatten wir z. B. 
vorher ein sogenanntes Papagaigrün im Auge, welches aus drei 
Theilen Gelb und einein Theil Blau zusatnmengeseHt ist, wird
        

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