Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Elemente der Kunstthätigkeit
Person:
Grueber, Bernhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-387987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-390387
206 
Vll. 
Die 
Kunst 
des 
classiscJEU 
Alterthums. 
familie, beide durch Composition und wohlberechnetes Colorit aus: 
gezeichnet. Außerdem wurden gerühmt eine Helena, ein mit 
Rosen bekränzter Eros und mehrere durch Anm11th und zarte 
Färbung höchR vollendete Frauengeftalten. Die Bilder des 
Zeuxis waren außerordentlich geschätzt und wurden nach Erobe: 
rung Griechenlands durch die Römer größtentheils nach Rom, 
unter Konstantin endlich nach Vhzanz gebracht, wo sie spätcrhin 
zu Grunde gingen. 
Das 
Alcxandriuiskhe 
Zeitalter. 
Der durch die Eifersucht Spartas angefachte Peloponnesische 
Krieg war für die Künste nicht so nachtheilig, als man anzu: 
nehmen geneigt ist, doch hatten sich nach Beendigung des Unheil: 
vollen siebenundzwanzigjährigen Streites, welcher mit Athens 
gänzlicher Niederlage endete, die kiinstlerischen Verhältnisse gründ: 
lich 1nngestaltet. Luxus und Eitelkeit waren an Stelle des 
frühem Gemeinsinnes getreten, Einzelne hatten unermeßliche 
Reichthümer gewonnen, während die Masse des Volkes darbte, 
anstatt der Tempel entstanden glänzende Privatgebände, und die 
Tempelsculpturen traten in den Hintergrund, n1n Bildnissen nnd 
sinngefälligen Darstellungen Platz zu machen. 
Daß diese Aenderungen sich nicht plötzlich vollziehen konnten, 
wird begreiflich, wenn man die damalige Bildung des griechischen 
Volkes ins Auge faßt. Die Kunst war ein unabweisbares Be: 
dürfniß für alle Volksschichten geworden, und das durch die 
Olhmpischen Spiele, die öffentlichen Ansstellungen und Wettkämpfe 
hervorgerufene Verständnis; war ein allgemeines, daher ein vor: 
züglich gelungenes Werk in Hunderten von Liedern gefeiert 
wurde. Unter solchen Umständen vollzog sich die Umgestaltung 
fast IMmerklich, aber sicher, indem zuerst der dorische Baustil, als 
dein Zeitgeiste nicht mehr entsprechend, vernachlässigt wurde. 
Skopas, ein Künstler ersten Ranges, dessen Blütezeit zwischen 
390g340 vor Christus liegt, war der letzte griechische Archi: 
tekt, welcher den dorischen Stil, jedoch schon in etwas befremd: 
licher Weise, anwandte. Der von ihm erbaute Tempel der Athene 
Alea zu Thegeia, von welchem sich einige Ueberreste erhalten
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.