Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Elemente der Kunstthätigkeit
Person:
Grueber, Bernhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-387987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-388364
Die 
Künste 
ihren 
Wechselbeziehungen. 
des Stoffes, Grnppirung der Ereignisse nnd handelnden Personen 
wie die Verflechtung der Einzelheiten zu einem Ganzen gehören 
dem kiinstlerischen Schaffen an. Erst durch die kritische Forschung, 
welche in jener Zeit, als sich der Mythns von den Musen ent: 
wickelte, ziemlich unbekannt war, wurde die Geschichtschreibnng 
mit den strengen Wissenschaften in nähere Verbindung gebracht. 
Die Musen selbst besaßen im Sonnengott, dem farbenpriich: 
tigen Helios, einen Anführer oder Oberherrn, welcher in dieser 
Eigenschaft den Namen Musagetes führte. 
Es befremdet, daß nicht allein die eigentliche Musik und die 
Redekunst, sondern auch Malerei, Plastik und Architektur in der 
Musenreihe fehlen, daß überhaupt in dem zur Personificirung 
geneigten Griechenthnm von diesen fünf Kunstfächern nur die 
Bildhanerei einen eigenen BeschüHer, den Hephästos, unter 
den Göttern gefunden hat. Indem uns Homer mit den Arbeiten 
dieses Gottes keines Sohnes des Jupiter und der JunoJ bekannt 
macht, führt er uns in eine nach der Natur gezeichnete Bild: 
hauerwerkstätte alter Zeit. Hephästos fertigt den kunstreich in 
Erz getriebenen mit vielen Figuren und Symbolen ausgeftatteten 
Schild des Achilleus, nebenan brausen die Blasebälge, es schmilzt 
im Ofen das dunkle Metall mit weißlichem Zinn, während die 
Töpferscheibe sich dreht. 
Die Baukunst war eine von den Nebenbeschäftigungen der 
aus Jupiteris Gehirn entsprungenen Athene CMinervaj, welche 
unter ihren vielen Attributen auch Senkblei und Nichtscheit 
führte. Soweit wir dem römischen Schriftsteller Vitruvius ohne 
Bedenken folgen dürfen, war man im allgemeinen geneigt, für 
die Architektur eine mehr wissenschaftliche als künstlerische Grund: 
lage anzunehmen. 
Bei weitem jüngern Ursprungs als Baukunst nnd Bild: 
nerei ist die Malerkunst, welche nicht vor der Mitte des fünften 
Jahrhunderts vor Christus zu solcher Bedeutung gelangte, um als 
selbständiges Fqch angesehen zu werden. Ohne einer besondern 
Gottheit U11keVfkSkIt ZU feist, hatte die Malerei in dem Musen, 
fiihrer Apollo ihren Schirmherrn. 
Eine unabhängige Musik kannten die Griechen nicht, ihr 
Leier: und Flötenspiel diente stets dem declaniatorischen Vortrage 
oder dem Tanze zur Begleitung; bei den Gesängen galt es als
        

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