Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus Schinkel's Nachlaß
Person:
Wolzogen, Alfred von Schinkel, Karl Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-371628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-374020
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noch weit n1ehr fehle, als an Kunstgegenständen selbst. Er hätte 
aber diese Männer nie anders wie. als Kunstliebhaber nennen 
hören und müßte daher glauben, daß, sobald sie ihre Gallerie in 
Berlin nach ihrem Plan aufgestellt haben würden, sie selbst fiir 
Preußen nicht mehr nothwendig sein möchten; 
Viertens gefiele ihm der Umstand gar nicht, daß sie die Gemälde 
durch sehr gewöhnliche Maler, die täglich einen und einen halben 
Thaler .55onorar erhielten, restauriren ließen. Diese Art der Restaui 
ration durch schlechte Künßler wäre das Schrecklichste, was guten 
Gemälden widerfahren könnte, und ein Beweis, daß sie ihre 
Waare zum. Verkauf herausputzten, was jedem wahren Kunstßnn 
widerstritte. 
Man sieht, Gras Bülow sprach sich sehr energisch gegen die 
beabsichtigte Acquißtion aus, fügte auch seiner Abmahnung noch 
besonders das ganz finanzielle Motiv hinzu, daß es nicht räthlich 
erschiene, die Ausgabe gerade in einem Augenblicke zu machen, wo 
das Bedürfniß für die wichtigsten Gegenstände der Verwaltung 
so dringend wäre, und man die Gallerie daher jedenfalls mit sehr 
theuer erborgte1n Gelde zu kaufen genöthigt sein würde. 
So kräftig nun auch Schi11kel und Eichhorn gegen solche 
Auffassungen zu Felde zogen, und obwohl, wie aus den uns 
vorliegenden Briefen von Sulpiz Boisseree hervorgeht, die Unters 
handlungen sich noch, wahrscheinlich ohne offizielleu Charakter, bis 
in das Jahr 1818 fortzogen,  der Anlauf der Sammlung für 
Preußen unterblieb, zum größten Sch1nerze Schinkelis und Aller, 
die an dem Zustandekommen des Projeetes lebhaften Antheil 
genommen. Möglicher Weise haben der im Juli 1817 statts 
gefundene Brand des Schauspielhauses in Berlin und die in 
demselben Jahre eingetretene Theuernng einen wesentlichen Einfluß 
auf diesen unbefriedigenden Ausgang gehabt. 
Das weitere Schicksal der Gallerie ist bekannt und von uns 
im ersten Bande auf Seite 197, Note 1., bereits kurz angedeutet 
worden. Jm Jahre 1819 kam sie nach Stuttgart, wo der König 
von Würtemberg ein eigenes Gebäude zu ihrer. Aufstellung den
        

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