Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus Schinkel's Nachlaß
Person:
Wolzogen, Alfred von Schinkel, Karl Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-371628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-373665
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Unser Reisegeschäft.geht unter uns Beiden aufs beste, wie Du 
leicht denken kannst, denn Beuth thut mir alles zu Gefallen. Grüße 
Wilhelm,1J küsse die Kinder, auch den guten Tieck7J er. grüße 
bestens und sei versichert von der Liebe Deiues Dir treu ergebenen 
Schiukel. 
C Frankfurt a. 
1826.I 
April 
Liebste Susanne. Wir sprachen gleich, nachdem ich Dir den 
Brief von Weimar sendete, Herrn von Goethe, welcher aber nicht 
ganz wohl war, auch wegen einer Geschwulst am Kinnbacken Pflas 
ster trug. Er hatte die Tage zuvor niemanden angenommen und 
die junge Frau von Goethe sagte mir, daß er schwerlich die 
Krankenstube verlassen haben würde, wenn nicht solche Gäste ges 
kommen wären. Uebrigens unterhielt er sich zwei Stündchen sehr 
heiter mit uns. Wir sollten den Abend bei der jungen Goethe 
zubringen, schlugen es aber aus, weil wir den alten Herrn doch 
nicht würden gesehen haben, aßen in unserm Gasthofe nach einer 
kurzen Promenade in1 Park und gingen dann früh zu Bette. 
Dienstags früh fuhren wir weiter, hielten uns ein Stündchen in 
Erfurt und ein anderes in Gotha auf. In Gotha stiegen wir auf 
die Terrasse des Schlosses, die eine herrliche Aussicht hat, wie 
denn überhaupt Gotha die schönste Schloßanlage in den sächsischen 
.85erzogthümern besiHt. Ueber Eisenach ging es nun die Nacht hins 
durch weiter; es war entsetzlich kalt, hagelte und regnete abwechs 
selnd während des Tages; die Nacht war ruhiger, bei schönem 
Mondschein, aber die Kälte nahm zu. Früh Morgens bei Fnlda 
war alles stark bereist, die Sonne aber kam dann hervor, und es 
gab einen herrlichen Tag. Wir sahen die Alterthümer in Gelns 
hausen, aßen da zu Mittag. und kamen nach fünf Uhr in Franks 
furt an. Hier war so viel Zeit, eine schöne Promenade u1n die 
II Vergl. Seite 125, Note 3. 
O Der Bildhauer Friedrich Tieck.
        

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