Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus Schinkel's Nachlaß
Person:
Wolzogen, Alfred von Schinkel, Karl Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-371628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-373365
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Bernardino, welche einen Vorhof mit einer von kleinen rothen 
Mar1norsäulen getragenen Halle hat. In der Kirche sind mehrere 
wichtige Kapellen; in der einen1J ist ein schönes Altarbild, Maria 
in den Wolken und sechs Heilige, die untere Partie von Cavazzola, 
die obere von einem seiner Schüler. Die Wände der Kapelle sind 
von Giolfino in Fresco gemalt. Eine andere Kapelle2J hat ringsum 
zwischen Pilastercheu augebrachte Oelbilder. In der Mitte oben ist 
ein Christus am Kreuz von Francesco Moroue, um welchen mehs 
rere Bilder von Cavazzola, Giolfino nnd Carotto, alle sehr edel 
und mit vieler Grazie bearbeitet, Ich befinden. Hinter dem Altar 
ist noch ein Bild von Morone, welches man fast eine verschlechterte 
Copie des Mantegna in Sau Zeno nennen muß.3J Die Kapelle 
dei Pellegrini, eine anstoßende Rotonde in sehr schöner Architektur 
von S;an Michele, ist von den angenehmsten Verhältnissen und 
Dctails. Eine kleine Vorhalle befindet sich zwischen der Kapelle nnd 
dem Schiff der Kirche.  sJn der Nähe hier liegt die bekannte 
.Porta stuppa, welche wir uns ansahen. Das Gebäude ist vo11 Sau 
Michele großartig gebaut und ans trefflichem Material construirt; 
allein man macht von der Anßerordentlichkeit des Kunstwerks viel 
zu viel Geschrei. Der Palast della Grau Guardia hat weit schöncre 
Architektur. Wir gingen dorthin, ihn wiederholt anzusehen, stiegen 
noch einmal auf das Amphitheater nnd sahen den Untergang der 
Sonne auf die Stadt nnd. Gebirge von oben an. Dann besuchten 
wir den Theil der Stadt um die Kirche S. Fermo Maggiore 
nnd diese Kirche selbst. J Sie ist von malerischer Form, hat einen 
sihönen Giebel, eine freie, auf eine Ecksäule igewölbte Seitenhalle 
nnd am Chor viele alte Giebel, ältere Nischen nnd einen Thurm, 
Felsrelief, sechszehn und einen halben Fuß hoch, zwölf nnd drei Viertel Fuß breit, 
befindet sich an der äußern Wand der in den größten Felsen eingehanenen Kapelle, eine 
Kreuzesabnahme vom Jahre 1115. C Vergl. Kugler, Kunstgeschichte11. 1. S. 169.J 
1J Kapelle der Tieres. ,CE. Förster.J 
2J Cc1ppella dei Tores.   
3J Madonna mit S. Franresco, S. Antonio und Engeln. CNakh E. Förfler, 
Handbuch für Reisende in Jtalien.J 
H UnIvcit des Ponte delleNavi.
        

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