Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Baukunst des christlichen Mittelalters
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-364725
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-366002
Das 
SWem. 
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lern werden in Kehlen Verwandelt, die Pseilerecken abge. 
schrägt, die Archivolten bilden volle Wülste u. s. w. Die 
Mannigfaltigkeit, welche an Portalanlagen bemerkt wird, liegt 
nicht allein in dem größeren oder geringeren Alter derselben, 
sondern auch in ihrer räumlichen Stellung. Deutsche Portale 
machen einen verschiedenen Eindruck Von normannischen oder itass 
lienischen. Hier sind Giebelbauten häufig, an den normannis 
schen Portalen wieder verdecken die flachen Ornamente die arthi. 
tektonische Gliederung. Wenn auch die Säulen und die Archivols 
ten durch die Kapitäle und Kämpfer getrennt werden, so folgen doch 
diese strenge dem Linienzuge der ersteren und zeigen den Säulen 
entsprechend Wülste, den vertiesten Zwischenräumen zwischen den 
Säulen analoge Kehlen. cTas. Xl. F. 25 ist der Grundriß eines 
einfach abgeschrägten Portale6 cPaulinzelleJ; F. AS zeigt die Vers 
iüngung desselben unter rechten Winkeln, in jeden Winkel eine 
Säule gestellt, F. c27 gibt das Profil eines Portalbogens, durch 
Wülste und Kehlen gegliedert. 
6J Die Verzierung des Bogenseldes ist bald cbei den einfache. 
ten KirchenJ symbolisch: Rose, Weinlaub, Löwe, Drache, Lamm, 
bald bildlich: Christus segnend und weltrichtend, die Madonna 
u. s. w. Bei den Prachtbauten steht die im Thmpanon darges 
stellte Seene mit den Skulpturen am äußeren Baues in Verbindung, 
und das Leben Christi und der Kirche wird in Statuen und Res 
liefbildern mit episthem Reichthnme geschildert. Auch die Thüre 
selbst ermangelt nicht des plastischen Schu1uckei3. Die Thiirflügel 
bald aus Holz, bald aus Bronze, sind in Felder getheilt, nnd mit 
 Relieftafeln belegt. cMaria im Kapitel, Mainz, Hildesheim, 
Augsburg u. s. w.J Eigenthümlich ist die mit einem Stierselle 
benagelte Thür zu Alpirsbach. Wenn vom Portalschmucke die 
Rede ist, so dürfen die oft äußerß knnitreichen Schlosserarbeiten an 
den Bändern und Beschlägen, nicht übersehen werden. 
Tals XL F. A zeigt das berühmte Prachtportal des Freibers 
ger Donies cdie goldene PsorteJ. Der Portalban an der Schoti 
 tenkirche in Negenaburg, das Portale an der.Kathedrale von Chars 
treu, an der Kirche S. Trophime zu Arles Lin einem photographirs 
ten Bilde VerbreitetJ u. A. sind als Beispiele zum Studium der 
 Portalsknlptur empfehlenowerth.
        

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