Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Baukunst des christlichen Mittelalters
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-364725
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-366736
l5s 
Dritter 
Abschnitt. 
keineswegs im organischen Geiste gedacht, vielmehr willkürlich, reicher 
an Glanz als an Wahrheit entworfen. Theils die eigenthücnliche 
Bautradi1ion, theils das verschiedene Material und die Sinnes: 
ricbtung im Süden bedingten diese Abweichungen. Auch Speis 
nien erhielt den gotbischen Slyl von außen eingeführt. Bei meh: 
reren Werken stoßen wir auf deutsche Baucneister, andere verrathen 
eine große Verwandtschaft mit südfranzds1scl7en Bauten. Der Eins 
f1uß der maurisrhen Kunst macht sich erst seit dem xV. Jahrh. und 
dann nur in der Thurmanlage und in der Dekorationsweise geltend. 
Die mit buntem Rankenwerk förmlich übersponnenen.Werke gaben 
die Veranlassung zum Namen der Silberschn1ied:Architektur carqui. 
tectuka platkcscaJ, welche dem fIan1boyanten Style einigermafsen 
entspricht. 
II Gerade die ersten gothischen Bauten in Jtalien weisen auf fremd: 
ländische Einflüsse hin, so die K. S. Andreas zu Vercelli, c1219J 
die Doppelt zu Assisi i;Meister Jakob; l218s1230, der Dom 
zu Arezzo L2J 1277. Auch der Mailänder Dom verdankt fremden 
Baumeistern das Dasein. Uebergangssormen und Entwickelungs, 
ts1udieu kommen in der italienischen Gothik nicht vor. 
B Charakterisiisch für den italienischsgothischen Stylsind namentlich 
die mit doppelfarbigem Marmor ausges1atteten Facaden, cDom 
zu SienaI, die flachen Giebel und scharf aus3geprägten hori. 
zontalen Gesimse, die unorganischen Thürme tDom zu FlorcnzI, 
ihr ErsaD durch Kuppeln cMailandJ u. s. w. Auch die Breiten. 
verhältnisse ändern sich. Das Mittelschifsdes Donners zu Florenz 
zählt 60 F. Breite, während der Kölner Riesenbau nur 4Ul beßSt. 
3J Jn Spanien arbeiteten MeisIer Johann v. Köln im XV.Jahrh. 
cBurgosJ, Juan Franc in Valentin. sama MktkiA del Nat in 
Barzellona ist der Kathedrale von Arles ähnlich. 
IV Der Chor spanischer Kathedralen ist nicht an das Osteude Ver. 
legt, sondern befindet sich in der Mitte der Kirche. Vgl. Pass 
savant, die christliche KuniI in Spanien. 
romanisdpen 
selbständiger 
Frankreich, welches an der Umwandlung des 
Styises einen so regen Antheil nimmt, entwickelte in
        

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