Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Baukunst des christlichen Mittelalters
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-364725
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-366697
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Dritter 
Avsc;k1iei. 
Ereter, Narbonne, Chalons. Auf diese Art wird wenigfIen6 äußerlich 
die Kreuzform gewahrt.  
5J Englische Kathedralthürmeentbehren meiHens den Helm und enden 
mit einem Zinnenwerke, welches an den Ecken von kleinen Thürms 
then überragt wird. 
Zur Erhöhung der dekorativer: Pracht wurden die Schwester: 
künste der Plastik und Malerei verwendet. An sich schon ist der 
gothische Pan, bei welchem die Hand des Steinmetzen vorzugsweise 
wirksam ist, für den plastischen Schmuck günstig gestellt; auxh wurde 
derselbe im reichiien Maße geübt, Statuen an den Portalseiten, an 
den inneren Pfeilern, in den hohlen Fialenleibern aufgestellt, die 
Wasserspeier in Thieygeüalt gekleidet und Halbstaiuen und Reliefs 
CLarVenJ an den verschiedenen Seiten angebracht. Eine nähere Ers 
läuterung dieser staiuarischen Werke muß in einer Archäologie der 
christlichen Skulptur gesucht werden. Auch die Glasmalereien und 
die Wandgemälde, welche keineswegs, wie gewöhnlich behauptet wird, 
vom strengen gothischen Baue ausgeschlossen sind, können an dieser 
Stelle keine eingehende Besprechung finden. Es bot übrigens die 
Architektur nicht allein die Unterlage für selbständige Bildwerke, sie 
benuSte auch die Farbe zur Belebung der einzelnen Bauglieder. Die 
Anwendung der Polychromie im Innern der gothischen Dome 
war sowohl durch das Streben, die Bewegung der einzelnen Glieder 
für das Auge kräftiger hervortreten lassen, bedingt, als auch durch 
das Bedürfnis; für die farbigen Fenster und bemalten Skulptureu eine 
harmonische Umgebung zu schaffen, hervorgerusen. Das Material war 
nicht immer so edler Art, daß es keines Bewurfes bedurft hätte, 
um aber zur grauen oder weißen Tünche zu greifen, dazu war der 
Farbensinn des Mittelalters viel zu lebendig. Eine zwar kräftige 
aber doch mäßige Färbung war das beste Auskuuftsmittel. Die Ges 
setze der mittelalterlichen Polychromie lassen sich, Dank der barba. 
rischen Reinlichkeitssucht der neueren Zeit, nicht mehr erkennen. Die 
Gewölbekappen zeigten Goldßerue auf blanem Grunde CLuci1eux, 
Viet1neJ. die K11äufe vergoldetes Laubwerk auf roihem Grunde, die 
Garten und Rippen waren mit scharfen Linien eingefaßt, bald blau 
bald roth gefärbt u. s. w.
        

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