Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Baukunst des christlichen Mittelalters
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-364725
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-366396
IN 
Dritter Abschnitt. 
tionen zur Anschauung bringen. Das Ganze wiederholt sich ah. 
nung6voll in den einzelnen Gliedern, die Grundzüge des Bauwerkes 
durchdringen auch das geringste Detail. Aehnlich wie gothische Reg 
liquarien als verjüngte Dome erscheinen, Chorsiühle in Thurmpys 
ramiden endigen: so zeigen z. B. auch die Fenster die Gliederung 
in Pfeiler und Füllungen, welche die Eigenheit des gothischen Bang 
Werkes konitituiren und ebenso tragen die Verzierungen der Spitzi 
giebel, der Wände, der Thnrmpyramiden u. s. w. die gothischen Bang 
formen an sich. Das Wesen der Anlage tritt in dem Detail mehr 
oder weniger reduzirt und verjüngt uns entgegen. 
II Die Entwickelung des gothischen Styles aus der Gewölbelons 
jtruktion hat Wiegmann cUeber den Ursprung des Spit3bogens 
styles 1842J, mit großem Glücke versucht; nur irrt er, wenn er 
Lepsius9 Ansicht von der Kenntniß des Spitzbogenityles in Deutschs 
land bereits im XI. Jahrh. und von dem späteren Verlassen des 
Errnngenen für festbegründet ansieht. Auch Bötticher in seinem 
Exkurse über die Entwickelung der freien Glieder des Baues nnd 
deren Einfluß auf die Bewältigung des Materiales cTeltonik der 
Hallen Bd. l Exkurse S. 12.J hat die konsiruktive Wichtigkeit 
des Spi8bogengewölbes mit großer Schärfe auseinandergesest, 
mag auch sonR sein Urtheil über die mittelalterliche Architektur, 
sein Zweifel an den himmelanstrebenden Charakter der Gothik von 
großer Befangenheit zeigen. 
2J Pugin: Les weis prjncipes de l7nrelsitecture 0givale remaniä 
Mantiss le lexte anglais et; trarluil en lraneais, Bruges 1850 
p.17 nimmt zwei Hauptregeln für den gothischen Styl an: qu7il 
ne cl0it y avoir aucun trait ä un bntiment, qui ne solt ne. 
eessaire Ei la e0nvenance, it la conslruetjon, an caractere; 
que tout ornement ne d0it consister que items liesnbellissess 
n1ent de la c0nslruction du lJatiment. 
3J Das gothiscl;e Kreuzgewölbe hat in den neys und ßernförmigen 
Gewölben, die man gewöhnlich aber irrig als bloße leidige Prunks 
sucht cbarakterißrt, eine noch feinere Ausbildung erhalten. Dadurch, 
daß Reh außer den Quer: und Diagonalrippen noch andere zahls 
reiche Rippen über dem Gewölbe verbreiten, werden die Gewölk 
Wappen vollßändig entlastet, und gar nur auf bloße FüUungen
        

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