Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-363179
Congrsß 
in Marfeille. 
639 
dieses Bandes war die Pariser Blnthochzeit, die von einem 
römischen Papst mit Gebeten gefegnete Bartolomäusnacht. 
Die Feste von Marfeille, die tagelangen Bankette an den 
Küsten jenes ftralenden Meeres waren sinnverwirrend: und 
das war das Schauspiel, welches Clemens V1l. der Welt 
statt des Conciles bot. . 
Das Concil zu hintertreiben, mußte ihm der König bei 
hiilflich sein.1 Unter dem Lärm der Gelage und Tourniere 
verhandelten beide im Geheim über Pläne welche die Zukunft 
Italiens betrafen. Clemens verpflichtete sich zwar nicht durch 
irgend welchen Traetat Franz zur Wiedereroberung von Mai: 
land und Genua förderlich zu sein, aber er sagte ihm wol 
zu, ihn daran nicht zu hindern, und sicherlich war es nur 
der Tod, der ihn von den unausbleiblichen Folgen des Con: 
gresses zu Marseille befreite. 
Als er am 10. Dec. I533 wieder in Rom eintraf, 
glaubte er die höchsten Erfolge seiner Staatskunst erreicht zu 
haben, denn die Verbindung seines Hauses mit beiden Groß: 
mächten, zwischen denen er stets hin und hergefchwankt hatte, 
schien ihm das vollkommne Mittel, das Gewicht der einen 
durch das der andern aufzuheben, und sie Hcherte zugleich 
der Familie Medici eine glänzende Zukunft. Er täuschte sich 
wenigstens in diesem Punkte nicht, denn Catarina bestieg 
den königlichen Tron Frankreichs, und zwei Jahrhunderte 
lang beherrschten die Medici Florenz. Doch ein ironisches 
Geschick raffte in wenig Jahren jene beiden Bastardnepoten 
hin, um deren Willen Clemens VlI. die Freiheit feiner 
Vaterstadt zerstört hatte. Der glänzende Cardinal Hippolyt 
des 
T Enthüllungen 
297 sq. 
Antonio 
Soriano, 
Alberi 
bei 
vol. 
llI.
        

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