Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-362972
Kaiserkrönung 
Carl7s 
Es 
6l9 
Widerspruch gegen die furchtbare Macht des Kaisers lag in 
der lutherischen Partei. Wenn Carl diesen innern Brand 
auslöschte, beschränkte ihn niOts mehr. Er konnte dann 
auf einem allgemeinen Concil die Reformation der KirGe in 
die Hand nehmen, und dem Papsttum eine neue Form vor: 
schreiben.  
Am l. Januar 1530 wurde der Friede feierlich im Dom 
S. Petronio Verkündigt. Dieser Congres3 und dieser Friede 
besiegelten den politischen Tod Italiens. Nun folgte die 
Kaiserkrijnung. Sie sollte ursprünglich in Rom stattfinden, 
und schon hatte man dafür Anordnungen getroffen, obwol 
die geplünderte Stadt und der geschändete S. Peter nur das 
traurigste Theater für diesen großen Art sein konnten. Aber 
die Zeit drängte: Carl wollte die Krone schnell empfangen, 
um dann zum Neichstage abzureisen. Ohne die Kaiser: 
krönung konnte er seinen Bruder Ferdinand nicht, wie er 
Vorhatte, zum König der Römer erklären lassen. So ward 
auf dessen Nat Bologna erwählt, und auch dies war im 
Grunde eine Demütigung des Papsts, eine AbseHung Roms 
von seinem uralten Recht.1 Der letzte deutsche Kaiser, der 
die Krone Carlis des Großen noch aus eines Papsts Händen 
nahm, wurde im Dom S. Petronio gekrönt. Erst empfing 
er am 22. Februar in der Capelle des Stadtpalasts die eiserne 
Krone der Lombarden, die er aus Monza hatte kommen 
lassen, nnd am 24. Febr., dem Tage seines Gliickssterns, 
seiner Geburt, seines Sieges vor Paoia, krönte ihn Clemens 
4Pal1avicini stokia del Conc. di Trento 1ll. c. 2 nennt die 
Krönung in Bologna sogar improvifirf. Durch Balle, Bologna 24. 
Febr. 1530 erklärte Clem. förmlich die Gültigkeit der Krönung in jener 
Stadt. Ballen: Vat. II. 402.
        

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