Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-362051
Bourbon7s. 
Ende 
527 
dem Marsch sangen die Spanier Lieder zu feinem Ruhm, 
und wenn sie Not gegen ihn empörte, bekannten sie doch, 
daß er ein so armer Ritter sei wie sie selbst.1 Seine Ge: 
fährten verglichen ihn mit Epaminoudas und Codrus.  Aber 
die Römer konnten sagen, daß diesen Verräter seines Herrn 
ein Racheftral des Himmels wie einen stiirmenden Titanen 
von.den Mauern Roms herabgeworfeu habe. Sein durch 
Schuldbewußtsein und die vom Kaiser erlittene Täuschung 
verdüstertes Leben konnte nicht tragischer und großartiger 
enden. Viele glaubten, daß er sich zum König Neapels 
würde aufgeworfen haben, und vielleicht hätte er jene Rolle 
übernommen 
die 
einst 
Pescara 
abgelehnt 
hatte. 
Er 
War 
erst 38 Jahre alt, ein großer Hu11dskraftvolIer Mann, blond 
und rötlich von Gesichtsfarbe, ein vollendeter Cavalier. Sein 
Tod war ein Unglück für den Papst wie für Rom. Denn 
Bourbon würde wol die Stadt gefchont haben, da er nur 
den Vatiean einnehmen, vom Papst große Geldsummen und 
einen günftigeren Frieden erlangen wollte, um sich dann 
nach Neapel oder gegen Venedig zu wenden.3 
Kaum in der Engelsburg, daOte Clemens an Unter: 
handlung. Er schickte Don Martino zu den Capitänen im 
4 Brant6me teilt einige Lieder mit: 
Desia les, mis Segno1ses, Yo soy p0bre cavaliero; 
Y tanbjen, come vos 0t1s0s, no teng0 un dine1s0. 
Und die Canzone auf seinen Fall: Quand le bon Prjnce d70range etc. 
0euvreS V. 225.  
2 Beaucajre comment. rer. Ga1ljcar. X1X. 594. 
S 1bid. und die Eröffnungen des Beichtvaters Bourbon7s, Michael 
Fortin, bei VucholH I1I. 82. Als Carl V, hörte, daß Bourbon vor Rom 
stehe, schrieb er ihm am 6. Juni aus Val1adolid, er möge einen guten 
Frieden mit dem Papst machen, und dann die Armee in7s Venetianische 
führen: Ibjd. 11l. 72.
        

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