Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-360369
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Vierzehntes 
BuOs 
Viertes 
Capitel. 
Mit Rafael vollendete sich die christliche Malerei über: 
haupt, nachdem sie mit Giotto ihre freiere Entwicklung be: 
gonnen hatte. Als monuncentale Kunst erschuf sie, mit der 
einen Ausnahme des jüngsten Gerichts von Michel Angeld, 
in Rom nichts Großes mehr. Ihre Flamme brannte mit 
bezaubernder Glut in Venedig und sParma fort, wo das 
christliche Ideal in der Sinnlichkeit mIterging, oder sie leuchtete 
noch mit schwächerem Schein in den Gemälden Andreas del 
Sarto in Florenz, oder in der mailänder Schule Lionardo7s, 
der ein Jahr vor Rafael in Frankreich gestorben war, und 
in Rom kaum eine Spur seines Genieis zurückgelassen hat.41 
Unter Rafaelis Schiilern war der bedeutendste Giulio 
Pippi, als Römer von Geburt Romano genannt, ein viel: 
seitiges Talent, Architekt und Maler, doch ohne Grazie und 
Farbenblüte. Er hatte manche Compositionen seines Meisters 
ausgeführt: in der Loge der VilIa Mattei auf dem Palatin 
die Fresken ans Bibienais Badezimmer in großen Figuren 
glauben, daß Alfonso von Este das Herz hatte, aus dem Nachlasse 
Rafaells 50 Ducaten als Schuld einzufordern2 Davon handelt ein 
Brief des Enea Pio an den Herzog, welchen ich im Archiv Modena 
fand, und von dem ich nicht weiß, ob er irgendwo abgedruckt ist. Pio 
schreibt am 17. Jan. 1521 aus Rom: Cum g1sanc1jssimn fatjcha hu 
habuit0 ji cjnquanta duea1i per cont0 di Rapl1ae1e da Urbjno 
perche li heredi dieeano che il djct0 ra.fae11e 11avea dato c:e1ste 
cose a V. Ex. et m. .J0. batista da laqujla uno de comissn1si per 
njente non volea  ehe Si pagassero, me m0ns. Datari0 
mo1t0 ge11til pers011a et amico di quelle. e mi0, 1i fees inte11dere 
ehe V. S. Illma nd chjederja und. mjse1sia sjmile se non fasse 
ver0 ehe fasse creditor. 
4Das Frescobild der Madonna zu S. Onofrio kann ihm nicht 
mit Sicherheit zugeschrieben werden. Lionardo war nur flüchtig in 
Rom, wohin er am 24. Sept. 1514 von Mailand abreiste. Leo X. 
bemühte sich um ihn nicht: der große Meister malte für Bald. Turini 
zwei kleine Bilder. Vasari VII. 34, und Commentars dazu P. 60.
        

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