Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356957
Julius 
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zu verloben I So verhals Cäsar Borgia demjenigen Cardinal 
welchen sein Vater am tiefsten gehaßt hatte, zum Papsttum 
 in Wahrheit eine Jronie der Verhältnisse, über welche 
beide erröten mußten. In besserer Lage hätte der Sohn 
Alexanders alles anfgeboten, Julian nicht Papst werden zu 
lassen, sondern Amboife zu erheben, aber er war jetzt so tief 
gesunken, daß er seine Rettung nur in dem großmiitigen 
Schutze seines ärgsten Feindes sah.2 
Am letzten October trat Julian Rovere schon als ge: 
maOter Papst in das Conclave. Es war nicht einmal nötig 
dessen Thüren zu verschließen, denn s6hon am Morgen des 
I. November 1503 wurde der neue Papst ausgerusen und 
von ganz Rom mit Jubel begrüßt. 
Der Name Julius I1. glänzt in der Geschichte des 
Kirchenstaats, Jtaliens und der politischen Welt als der des 
kraftvolIsten Priesterkönigs auf dem vaticanisOen Tron.3 
Wie Sixtus 1V. war er von niedriger Abkunft und in küm: 
merlichen Verhältnissen ausgewachsen, bis ihn sein Oheim 
aus der Dunkelheit zog. Seit 1471 war er Cardinal von 
S. Pietro in Vincoli gewesen; nach und nach hatte er die 
sBistümer Von Carpentras, Avignon, Verdun, Lansanne, 
ViViers, Albano, der Sabina un.d Ostia erhalten, so daß 
er als einer der reichsten Cardinäle galt. Er war 6O Jahre 
 4Guicciakdini v1. 38. Macchiaver1i I.eg;2zi0ue ans com: di 
Roma, Bericht v. 4. Nov. 1503. 
2 Macchiavelli CPrjncipe V1l.z tadelte als den einzigen Fehler Cäs 
fars, daß er Julian und nicht Amboise Papst werden ließ. Von Jus 
Aus lI. sagt er: avendo a 1sjcon0scere da luj bu0na parte del 
Papat0: Legazi011e alle O0rte di Romas, Bericht Vom 11. Nov. 1503. 
3 Julius II. wollte sich, so glaubte Giustinian CDepesche Vom 31. Oct.J 
anfangs Sixtus V. nennen. 
Gregorovius, Geschichte der Stadt Rom. Vlll. 2
        

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