Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-359513
disk Gastlichkeit. 
Bildung 
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den Disciplinen der Theologie und des Rechts bestand, so 
iiberwogen jetzt Philologie, Nhetorik, Poesie, Altertumskunde 
und Naturwisfenschaft. Der italienische Nationalschatg,i ge: 
lehrter Bildung war damals stannenswiirdig groß. Im 
Verhältnis; der Zeiten und ihres Fortschrittes kam er wol der 
Summe im heutigen Deutschland gleich. Die Kirche aber 
suchte die Träger der Wissenschaft und diese selbst zu ,ver: 
priestern, wie sie im Mittelalter vermöncht gewesen waren. 
Gelehrte und Dichter fanden in der Zeit Levis mäOti: 
gere Beschiii,zer im Vatican und unter hohen Prälaten, als 
bei Fürsten und Republiken, nachdem der rein weltliche 
Mäcenat der Medici in Florenz zu einem geistlichen in Rom 
geworden war. Die Reihe der Päpsten oder Cardinälen gewid: 
meten Schriften ist überaus groß. Schon dieses Dienstver: 
hältniß verdammte Gelehrte und Dichter Über viele Fragen 
zum Schweigen. Sie durften cynisch und heidnisch, aber 
nicht freie Denker sein. Dies päpftliche Cenfur des XVI. 
Jahrhunderts nach Leo X. verfolgte niGt die abschenlicl;e 
Literatur Aretino,s, aber Sihriften des ernsten Flaminius 
und Sadoleto,s Abhandlung über den paulinischen Brief 
wurden auf den Jndex gese5t. 
Gelehrte und Dichter jagten an der Curie nach Aemtern 
und Benefizien, und hier verpriesterten sie als apoftolische 
Secretäre, Canoniker, Bischöfe. Die namhaftefteuLiteraten 
waren Priester,4wie Vembo, Sadoleto, Giberti, Canossa. 
Der berühmte Dichter Bernardo Accolti war apostolischer 
Secretär; der gefeierte Dichter Vida starb als Bischof; der 
berühmte lateinische Geschichtfchreiber Romis, Paulus Jovius, 
war Bischof; Novel1enschreiber, wie Bandello, .und hundert 
Poeten jener Zeit waren Bischöfe oder Päpstliche sScriptoren 
Gregorovius, Geschichte des Stadt Rom. Vl1l. 18 
        

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