Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-359013
Leo 
X. Und sein 
Hof. 
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spiel im Colosseum, clafsifche Declamationen im Capitol, 
Feste und Reden zum Geburtstag Rom7s; tägliche Cavals 
caden der Catdinäle, ceremoniöse Aufzüge von Gesandten 
und Fürsten mit heergleichem Gefolge; Jägercavalcaden, 
wenn der Papst nach Magliana, Palo, Viterbo auszieht mit 
Falken und Hunden, mit Troß und Dienerschaft; es folgen 
ihm die Cardinäle, die fremden Gesandten, der lustige Poeten: 
schwar1n RomIs, Barone und Fürsten. Es ist ein Bacchanten: 
zug. So jagt der Papst tagelang als ein Weltmaun ge: 
kleidet Hirsche und Schweine. Der Dichter Posthumus hat 
eine solche Jagd beschrieben, in der Anschauungsweise 
Ovid7s.1 Und all, diese Sucht nach Genuß ward doch ver: 
einigt mit fieberhafter Teilnahme an geistigen Interessen, 
und mit der kleinen und großen Cabinets und Weltpolitik. 
Bankette,T Komödien, wissenschaftliche und künstlerische Pro: 
ductionen und Entwtirfe, Consistorien, Angelegenheiten der 
Kirche, Diplomatik, das feinste macchiavelIische Jntrigueni 
spiel, Krieg und Frieden, der mediceijche Nepotismus.: für 
alles dies hatten derselbe Vatikan und derselbe Papst Raum 
und 
Zeit. 
Jn Strömen schüttete Leo das Gold aus: doch die Ebbe 
war häufiger als die Flut. Der Datar Pucci, der Cardinal 
Medici hatten ihre FinanzkÜnfte erschöpft; Cardinalshüte 
1 E1eg. 1ib. 1l. p. 91. Eine Jagd bei Palo. Joh Maroni war 
Oberjägermeifter des Papsts über Wild und Wälder 10 Millien um den 
Vatican, wo nur Papst und Cardinäle jagten. Breve aus Viterbo,. 
5. Oct. A. 1l. Bembj lJpist0lar. Leonjs X. lib. IX. n.. l.  Leg 
agitk, qu0d semper agit, Dianae quam Minervae ciev0ti0r, 
so schreibt im Nov. I516 aus Rom der deutsche Humanist Michael 
Humelberg an Aperbach nach Erfurt. Bibl. München, c0d. Ist. 
4007, k01. 896..
        

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