Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-358852
Verschwörung der 
Eardinäke. 
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dem Mordplan; doch fehlte ihm der Mut oder die rechte 
Stunde. Seine wütenden Reden vernahmen begierig Car: 
diniile, die dem Papst gern einen UnfalI gönnten. Soderini 
vergab es ihm nicht, daß er seinen Bruder Pietro aus Flog 
renz verjagt hatte; und doch hatte Leo diesen Flüchtling 
freundlich nach Rom eingeladen, wo der Gonfaloniere in 
ehrenvoller Muße bis an sein Lebensende wohnen durfte.1 
Riario verschmerzte vielleicht seine Niederlage im Conclave 
nicht, und war tief erbittert über des Papsts Verfahren mit 
seinem Verwandten, dem Herzog von Urbino. Dem jungen 
Genuesen BandinelIi de Saulis hatte Leo das Erzbistum 
MarseilIe verweigert, und obenein hatte ihm eine Karten: 
schlägerin das Papsttum prophezeit.  wirft ein seltsames 
Licht auf die Mysterien des damaligen Rom, daß bei diesem 
Frevel Wahrsagerinnen, wol jitdische Sibyllen, eine Rolle 
spielten. Denn anO Hadrian von Corneto hatte eine Pro: 
phetin gesagt, daß Leo X. jung sterben und nach ihm ein 
Greis dunkler Abkunft mit dem Namen Hadrian Papst fein 
werde. E Dieser Cardinal hatte lange in Tyrol gelebt, und 
war wol des Kaisers Candidat für den heiligen Stul. Auch 
er gab den Reden Petrucci7s Gehör, ohne sich jedoch tiefer 
einzulassen. 
Petrucci vom Papst gemahnt Umtrieben in Betreff 
Sienas zu entsagen, begab sich endliG zu den Colonna auf 
4 Er starb am 14. Juni 1522, und ward mit Pomp in S. M. 
del Popolo begraben, wie fein Bruder der Card., der A. 1524 starb. 
Soderini wohnte in seinem eigenen Hause auf Montecitorio, selbst vom 
Papst hoch geehrt, wie Na::di berichtet Hist. L. VI. p. 162. Noch heute 
trägt der Vicolo Soderini seinen Namen von dem Haus dieser Familie 
CRione IV. Campo Marzo2. 
T Wie auch geschah. Jovius Vjtn Leonjs X. P. 71.
        

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