Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-356455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-358331
Rafael. 
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Kirchenlehrer und die Päpste, die Heiligen des Mittelalters, 
die Pilososohen Athens und der. Heiden bis zu Averrdes, 
Apollo und die Musen, classische und moderne Dichter, Jus 
ftinian und TrebonianusZ, und der Decretalen:Papst Gre: 
gor 1X., Thomas von Aquino und Savonarola umschweben 
die Wände eines und desselben Saales und schließen aus 
Heidentum und Christentum eine große Geisterkette der 
Cultur.1 
Der enge Gesichtskreis der mittelalterlichen Kirche war 
damals zersprengt. Ein Papst hatte die Kühnheit, die 
Lehre der Kirchenväter zu verachten, wonach die Heiden, wie 
groß immer ihre Tugend und ihr Ruhm in der Welt ge: 
wesen war, unrettbar der Verdammniß anheimgefallen seien. 
Wenn Julius II. die Gemälde in seinem Wohnzimmer be: 
trachtete, so weilte sein Blick sicherlich mit größerem Wol: 
gefallen auf Apollo und den Musen, auf Sokrates und Archi: 
medes, als auf den monotonen Figuren von Patriarchen 
und Heiligen. DieBilder in jenem Saal des Papsts sprachen 
dasjenige aus, was zwanzig Jahre später einer der kühnsten 
Reformatoren mit begeisterten Worten zu sagen wagte. 
In seinem Glaubensbekenntniß entwarf Zwingli ein selts 
sames Gemälde von der zukünftigen Versammlung aller Hei: 
ligen, Helden und Tugendhaften; Abel und Henoch, Noah 
und Abraham, Jsaak und Jakob würden sich mit Hercules, 
4Viele Maler des xV. Suec. hatten antike Gegenstände gemalt, 
so Mantegna, Botticel1i, Piero di Costmo, und selbst Perugino, welcher 
in diesem Jdeengang als Rasaels Vorgänger angesehen werden kann. 
Ich meine seine Gemälde im Cambio von Perugia Cv. J. 1500J, wo er 
Gestalten griechischer und römischer Helden, Gesetzgeber und Philosophen 
zugleich mit Sibyllen und Propheten, und Allegorien der Tugenden ges 
malt hatte.
        

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