Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-348635
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-349483
unterwirft 
Johann ViteLleschi 
Rom. 
Er hätte jeHt ungehindert nach Rom zurückkehren können, 
aber es war praktischer für ihn in Florenz zu bleiben, 
während sein Legat es übernahm, auch die letzten Spuren 
der Rebellion in Rom anszutilgen, und nirgend gab es 
einen Mann, der für solche Aufgabe geeigneter war. 
Johann Vitelleschi war Cornetaner von Geburt. In 
feiner Jugend hatte er dem Bandenfiihrer Tartaglia, den: 
Tyrannen von Toscanella, als Schreiber gedient, in Corneto 
sich zum Haupt einer Faction gemacht, und dann die geist: 
IiChe Laufbahn gewählt.1 Martin V. ernannte ihn zum 
Protonotar, aber Vitelleschi war für das Feldlager, nicht für 
den Meßaltar geboren, und selbst im Gewande des Bischofs 
nur ein General. Gleich nach seiner Tronbefteigung hatte 
THAT Eugen lV. zum Bischof von Neeanati gemacht nnd als 
seinen Legaten nach den Marken geschickt. Sein kriegerisches 
Talent zeigte er bereits im Feldzuge wider Jakob von Vico 
und die Colonna, aber die Marken empörte er durch Härte 
so tief, daß sie sich Francesco Sforza willig ergaben. Denn 
alles zitterte vor diesem blutgierigen Priester, der seine 
Hände bei dem gräßlichen Brudermord der Varani von 
Camerino im Spiel gehabt und Pietro Gentile nach Recanati 
gelockt und dort erwürgt hatte.2 Durch Sforza aus den 
Marken gejagt entfloh Vitelleschi nach Venedig, von wo er 
zu dem gleich versagten Eugen IV. nach Florenz ging. Der 
4 Ueber die Anfänge Vitelleschi7s siehe Ciacconius I1I. 896, Pog: 
gius de Varjet. p. 110; Ga1simbert0 Fattj mem0ra.bili di a1c1mj Piipj 
S Oarc1inn1j p. 457. 
T Dies geschah, als Sforza in die Marken einfiel. Die Söhne 
Gentile7s 11I. gingen teils durch Brudermord, teils durch die Volkswut 
unter. In einer Kirche zu Camerino erwürgte das Volk 6 Söhne Be: 
rardoJs. Chron. Eugubin. Hur. xxl. 972. Camerino ergab sich dem 
Sforza.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.