Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-348635
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-355744
Malerei. 
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das Colossalgemälde des jüngsten Gerichts wie durch die 
Rautnverhältnisse der Capelle selbst zu sehr herabgedrückt. 
Unter die besten gehört das dem Lucas SignorelIi zuge: 
schriebene Bild: Moses seinen Lobgesang den Kindern 
Jsrael vorlesend, und Domenico Ghirlandajois Gcmälde: die 
Berufung von Petrus und Andreas zum Apostelamt.1 Perugino 
malte die Taufe Christi, und vorzüglich schön. Christus, der 
dem Petrus die Schlüssel überreicht. Seine Fresken auf 
der Hinterwand der CapelIe wurden später herabgeschlagen, 
um dem jüngsten Gericht Michel Angelo7s PlaH zu machen. 
Von der Hand Botticelli7s sind zwei Gemälde aus dem Leben 
Mosis, und das Bild von der Versuchung Christi. Er malte 
auch die Papstbilder in den Nischen oberhalb der Wand: 
gemälde. Die am wenigsten gelungenen Bilder sind die des 
Cosimo Roselli: der Untergang Pharao7s, die Gesetzgebung 
auf dem Sinai, die Bergpredigt und das Abendmal. Vasari 
erzählt, was vielleicht nur eine boshaft ersundene Künstler: 
anekdote war, daß RoselIi die Schwäche seiner Erfindung und 
Zeichnung durch starkes Auftragen von Ultramarin und Gold 
zu verstecken suchte und den mittelmäßigen Kunstkenner Sixtus 
dadurch so verblendete, daß er die Arbeiten Rosel1i7s für die 
besten erklärte, und die übrigen Meister zwang, Gold und 
Azur auf ihre Bilder zu legen. Diese grellen Reize sind. 
darauf freilich nicht gespart.2 Was in Basiliken des Mittel: 
alters durch Musive dargestellt worden war, nämlich die 
Entwicklung der Religion in einem Cyclus der Hauptmomente 
E Crowe und Cavalcasel1e I1ist0ry of Pajnting Il1. 8 halten nur 
dieses Bilds für. ein Werk Signorel1iIs; auch ein zweites CMoses und. 
Zipora, von Crowe dem Perugino zugeschriebenJ galt dafür. Doch so 
unsicher sind die Nachrichten, daß selbst das erste bezweifelt wird. 
2 Vasari V. 31.
        

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