Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-348635
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-354195
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Dreizehntes 
Buch 
Sechstes 
Capitel. 
Bibliothek ernannte er 
von Arezzo, den Ver: 
dort zu muftern. Zum Custos seiner 
den Grammatika Giovanni TortelIi 
fasset der Schrift De 0rtographia.1 
Die vaticanische Büchersammlung geriet jedoch bald ge: 
nug in Verfall. Denn schon Calixt IIl. achtete sie so wenig, 
daß er mehre hundert griechische Codices dem Cardinal Isidor 
schenkte, von vielen Büchern aber die goldenen und silbernen 
Beschläge abreißen ließ. Bessarion und Filelfo erhoben laute 
Klage.2 Da nahm der gelehrte Sixtus IV. zu seinem Ruhm 
den Gedanken Nicolaus V. wieder auf: er übertrug im 
Jahre 1475 die Bibliothek in ein neu eingerichtetes Lokal 
Von vier Sälen zu ebner Erde. Hier blieb sie bis Sixtus V. 
die neuen Säle einrichtete, die prachtvollsten und würdigsten, 
welche überhaupt die Welt für eine Biichersammlung besiHt. 
Sixtus IV. vermehrte die Bibliothek durch neue Erwerbungen, 
wobei ihm seine gelehrten Secretäre Platiua, Jacob von 
Volterra, Lionardo Dati, Domizio Calderini, Sigismondo 
Conti und Mattia Palmieri behülflich waren. Er setzte ihr 
eine Nente aus, und übergab sie dem öffentlichen Gebrauch. 
So wurde er der zweite Griinder der vaticanischen Biblio: 
thek. Zu ihrem Bibliothekar machte er den uuermüdlichen 
Beförderer des Buchdrucks in Rom, Johann Andrea de Bussi, 
und im Jahre 1475 Platina. Man sieht in der vaticanischen 
GemäldegalIerie noch das Frescobild von Melozzo, welches 
ursprünglich auf einer Wand der sixtinischen Bibliothek ge: 
malt war: es stellt Sixtus IV. zwischen zwei Cardinälen dar, 
während der Bibliothekar Platina vor ihm kniet, auf Distichen 
4Nach Manetti und Vespasiano 
Papste Tode 5000 Bande. 
2 Vespas. Vjte ed. Maj. p. 284. 
enthielt der Kataldg nach 
Fi1el. Ep. I. ljb. XlII. 
des
        

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