Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-348635
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-349030
Buch. 
Dreizehntei5 
Erstes 
Capitcl. 
Nationale Länder1nasseu, oder monarchische Er.breiche bildetest 
sich, wie Spanien, Frankreich, England und Habsburg: 
Oesterreich. Sie rangen na6h der eu1sopäischen Hege1nonie. 
Congresfe der Mächte traten an die Stelle der Coucile, das 
.politif6he Gleichgewicht an die Stelle der internationalen 
Autorität von Kaiser und Papst.  
Das Papsttum selbst, tief erschüttert und alt geworden, 
fand sich, nach Ueberwindnng des großen Schis1ua, in einer 
neuen Zeit im veralteten Rom wieder, doch nicht mehr als 
die weltbewegende Universalge1valt des Abendlandes. Wenn 
es auch, noch stark durch sein Verwaltungssystem, sein dog: 
matisches und hierarchisches Ansehn wieder herzustellen ver: 
mochte, so war doch seine große Jdealmacht schon uutergegangen. 
Die Epoche der Nenaissanee E1iropa,s wurde die Zeit seiner 
eignen profansten Verweltlichung auf den Grundlagen eines 
kleinen monarchisch werdenden Fiirstentums. Diese zeitge1näß 
praktisehe aber der Kirche selbst nachteilige Transformation 
erklärt sich aus dem Selbständigw,erden der Staaten und 
Volksgeister, aus dem Verlust der großen geistlichen Auf: 
gaben des Mittelalters, aus dem Aufhören des weltgeschicht: 
lichen Kampfs mit der Reichsgewalt, nnd endlich aus dem 
Fall der siädtischen Freiheit von Rom. 
Der Fortbestand der capitolinischen Republik würde die 
Papste des XV. Jahrhunderts ohne Frage genötigt haben, 
ihre Thätigkeit hauptsächlich auf die geistliche Sphäre zu 
wenden: unumschränkte Herren Roms geworden, verließen 
sie ihre höchsten Ausgaben als Qberpriester der Christenheit 
nur zu sehr, um sich als weltliche Fürsten ihren Tempelstaat 
einzurichten. Sie versenkten sich aus Herrschbegier und 
Familieutrieb ruhelos in die politischen Händel das italienischen
        

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