Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-348635
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-349907
der deutschen 
Ankunft 
in Rom. 
Gesandten 
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der Pfalz, Von Sachsen, Brandenburg nnd anderen Reichs: 
fÜrsten eben dahin abgingen.1 Die deutsche Obedienzgesand: 
sChaft erregte großes Aufsehen in,Nom. Sie wurde am 
ersten Meilenstein vom gesammten Clerus feierlich eingeholt. 
Seit der Restauration des Papsttnms war überhaupt der 
Einzug von Gesandten, so1vol zur Hnldigung bei der päpst: 
lichen Tronbesteignng, als bei andern Gelegenheiten, ein 
wiederholtes Schauspiel von strengster ceremoniöser Form, 
welches der Physiognomie der Stadt ein neues Gepräge gab. 
Die Diarien der Ceremonienmeister find mit den Berichten 
Von solchen Einzügeu erfüllt. Die fremden Gesandten wurden 
jO11ach den Umständen in Paläften von Großen und Car: 
dinälen, oder in öffentlichen Gafthäufern. beherbergt.2 Die 
Deutschen bezogen ein Haus am Capitol, wo sie der apo: 
ftolische Thesanrar im Namen des Papftsi begrüßte. S Zur 
4 Bericht Piccolomini7s an Friedrich 1ll., Mscr. Bat. 8093, 
und abgedruckt bei Mars. lll. ll. 878 sq. Alle deutschen Gesandten fanden 
W; in Siena zusammen; sie reisten 60 Mann stark über Baccano nach 
Rom. Piccolomini klagt über den Mangel an Gasthäusern; und diese 
wurden nur von deutschen Wirken gehalten. Eaque l10spitia facjunt 
        
facit  wie heute vielfach die Schweizer. 
T Die ersten Hotels in Rom waren damals die noch heute dauernde 
Tabcs1sna. So1is an Campo di Fiore, und das H0spjtium Oampa11ae 
ebendaselbst. Solche Gesandschaften mieteten ihre Logik: zuvor, ebenso 
Fürsten. A. 1482 wohnte Graf Eberhard von Würtemberg in einem 
Hans, welches der Ordensprocurator Preußcns für ihn in der Regola 
gemietet hatte. CJacob Voloterran. p. 166.J A. 1486 logirten die 
PVlnischen Gesandten im Palast del Bufalo; die neapolitan. im Palast 
de Milinis; die Mailänder im Palast Santa Croce. 
3 Man pflegte Gesandten Lebensmittel in ihr Logis zu schicken, 
wie heute Reisenden im Orient. Der Card. von Bologna schickte den 
Deutschen Wildschlvei11e, Geflügel, Wein; der Mundschenk des Papsts 
CVUfect, Wachs und Wein. Die Eardinäle luden sie der Reihe naO 
Zur Tafel. Bericht Piccolomini7s ut Supra. 
        

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