Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-347887
Braccio , 
Signor 
Voll 
Rom. 
645 
verschlossen hielten. Was den Anstrengungen Varbarossais 
und Friedrichs II. nicht gelingen konnte, gelang jetzt ohne 
Schwertschlag in wenig Tagen einem Bandengeneral. Rom, 
für ganze Jahrhunderte uneinnehmbar, war in zehn Jah: 
ren dreimal mühelos erobert worden. Sein Fall unter 
das Schwert Fortebraccio7s besiegelte den Untergang jenes 
republikanischen Geistes, welcher den Römern während des 
Mittelalters eine ehrenvolle Unabhängigkeit gesichert hatte. 
Und so war derselbe Geist auch in andern Städten ver: 
snnken: Mailand jeHt ein Herzogtum; Pisa Untertanin von 
Florenz; Genua schwankend zwischen Mailand und Franks 
reich; die kleineren Republiken Beute von Tyrannen und 
Bandenführern; nur Venedig stand unerschiittert als ein Fels 
im Meer, und nur auf Florenz ruhte noch das Abendrot 
der bürgerlichen Freiheit. 
Braccio legte sich den Titel Defensor Urbjs bei, 
oder begniigte sich mit diesem bescheidenen Prädicat seiner 
Herrengewalt.1 Was nur Kaisern, Päpften oder den Kö: 
nigen von Neapel erlaubt gewesen war, stand jetzt einem 
Bandencapitän zu: er ernannte einen Senator, Ruggiero 
Grafen von Antigliola, seinen Landsmann, während der 
Cardinal Petrus Stefaneschi sich das Amt eines Vicars für 
die Kirche anmaßte. Am 8. Juli nahm Vraccio seine Re: 
sidenz im Vatican, um von hier aus die Belagerung der 
Engelsburg zu betreiben. Dies Castell stand mit der Meta 
des Romulus in Verbindung, einem pyramidenförmigen 
Grabmal bei S. Maria Traspontina; es war zur Festung
        

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