Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-347596
616 
VuOk2s 
Zwölftes 
Sechstes 
Capitel 
getrieben; trunkne Soldaten zechten mit ihren Dirnen aus 
goldnen Kirchenpocalen; der Cardinal von Bari ward in 
den Kerker fortgeschleppt, die Sacristei des S. Peter7s wurde 
ausgeleert; im heiligen Dom stalIte man Pferde ein. Der 
König confiscirte wider sein gegebenes Wort alle Güter der 
Florentiner Kaufleute, und viele Römer schickte er gefangen 
ins Königreich.1 Er ernannte eine neue Regierung unter 
Nicolaus de Diano, den er zum Senator machte. Er ließ 
eine römische Münze mit seinem Namen prägen, und fügte zu 
seinen Titeln den seltsamen hinzu: ,,Erlauchter Erleuchter der 
Stadt.t7 T Die verhungerten Römer versorgte er freigebig mit 
sicilischem Getreide, welches er verteilen ließ. Die Stadt war in 
so tiefe Armut gesunken, daß sie von einem Volk von Bettlern 
bewohnt zu sein schien; und in Wahrheit konnte das damalige 
Rom unter den Trümmern seiner mittelaltrigen Geschichte 
dasselbe Mitleidserregen, wie zur Zeit des Totila. 
Alle Orte im Stadtgebiet unterwarfen sich wieder dem 
Könige, und Ostia capitulirte schon am 24. Juni. In 
kurzer Zeit beseHten die Neapoli,taner auch das Patrimonium 
Petri. Ladislaus überließ seinen Capitänen das Heer, machte 
1 Es waren bereits Zustände, wie beim Sacco des Bourbon. Ukbs 
qu0que djrepta ac p1uribns 10cjs jncensa, v01itantjbus per klammas 
         
tara    Anc1r. Bj11ii Hjst01s., Mut. xIX. p. 42. Rede des Cardinals 
Chalat1t vor Sigismund, bei Lenfant Hist. du C0noi1e de Pise H. 182. 
Poggii Bracci01ini Hist. Flor. Mars. XX. P. 316. Und Rede des Cats 
diuals Frauciscuö Zabaralla, aus cost. Var. 4942, bei Raynald ad A. 
1413. II. 19. 
 2 Ladis1aus Dei gra. IsIungarje, Jerusalem, sicilie, Dalmacie, 
       
        
mi11at0r 111ustrjs. Diplon1 für Corueto, wovon weiter unten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.