Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-341781
Ausstand in 
Mailand. 
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Liga zu vereinigen, und vom König Robert Hülfe zu 
sordern.1 
Am 6. Januar 1311 nahm Heinrich die eiserne Krone 
der Lombarden in Sanct Ambrosius von der Hand Gaston7s 
della Torre, des Von ihm zuriickgefiihrten Erzbischofs von 
Mailand. Deputationen fast aller Städte Lombardiens und 
Jtaliens, auch Roms waren anwesend, mit Ausnahme von 
Venedig, Genua und Florenz. So wurde auch das alte 
Königtum Jtaliens durch Heinrich den Luxemburger erneuert, 
welcher jede Tradition des Reichs wieder herzustellen schien.2 
Aber an dem glänzenden Himmel seiner Hoffnungen stieg 
schon drohendes Gewölk aus. In seiner Mittellosigkeit for: 
derte er große Summen von Mailand sowol als Beisteuer 
zu seiner Kaiserkrönung, als zum Unterhalt des Reichs: 
verwesers. Man murrte über das Regiment unbrauchbarer 
kaiserlicher Vicare. Voll Argwohn oder um des Friedens 
willen verlangte Heinrich 50 Söhne edler Häuser von beiden 
Parteien zu Geißeln, unter dem Vorwand, daß sie ihn nach 
Rom begleiten: sollten. Die Torri, von den Visconti in die 
Falle gelockt, erhoben einen Aufstandzam 12. Januar; 
Deutsche Hund Lombarden kämpften wutentbrannt in den 
Straßen Mailands, und Blut verdunkelte zum erstenmal 
die fleckenlose Majestät des edeln Heinrich. Die geschlagenen 
1 Documente darüber aus dem Archiv von Florenz, vom Der. 1310 
an, im II. Teil der von Bonaini gesammelten Regesten. 
T Die Tom hatten die alte eiserne Krone verpfiindet: fee war vers 
scho1len. Der Meister Lando von Siena machte eine neue Krone von Stahl 
in Form eines Lorbeerkranzes, mit Perlen besetzt. Villaui IX. c. 9. 
Böhmer Regest. p. 285. Barthold 1. 445. Die echte ward Von Math. 
Viscou1i erst 1319 eingelöst und in Monza verwahrt. Ueber die eiserne 
Krone sehe man Mura1ori7s8 Schrift beim Gkraevius Thesau1s. IV.
        

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