Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-346604
Urban 
Nocera. 
517 
zu sein, nachdem es kaum nach Rom zurückgekehrt war, und 
die Christenheit blickte erschreckt auf die Handlungen zweier 
Päpste, von denen der eine in Avignon, der andere in No: 
cera, jeder mit einem Senat von Eardinälen, ein von Haß 
finstres Dasein führten, während die ganze Kirche in gren: 
zenloser Verwirrung lag. Die Geschichte jener Zeit, nament: 
lich die des Aufenthalts von Urban VI. in Neapel und No: 
cera, zeigt eine solche Verwilderung in Sitten und Thaten, 
daß die Menschheit in ein barbarisches Jahrhundert zurück: 
geschritten erscheint. Das Mißverhältnis; zwischen Urban und 
Carl wuchs mit jedem Tage. Jener verließ Nocera nicht, 
auch nicht als der Herzog von Anjou im September 1384 
in Bari gestorben war, wo er seine Rechte auf das Erbe 
Johanna7s seinem kleinen Sohne Ludwig übertragen hatte. 
Der tapfere Fürst hatte sein mit nnermeßlichem Aufwand 
ausgeriistetes Unternehmen scheitern, die ersten Edeln um 
sich her sterben, und sein Heer verkommen sehen. Sein Tod 
gab Carl neue Kraft, und riickfichtloser behandelte er jeHt 
den Papst, der jede Vermittlung mit Heftigkeit zuriickwies. 
Der König argwöhnte, daß er den sinnlosen Plan gefaßt 
hatte, seinen Neffen Vutillo aus den Tron zu bringen; er 
verlangte die Rückkehr des Papsts nach Neapel, und dieser 
antwortete mit hochfahrendem Stolz. Unter den Cardinälen 
gab es solche, welche sein rätselhaftes Treiben verwerflich 
fanden, oder die Carl bestochen hatte. Sie alle waren nur 
mit Widerwillen nach Nocera gegangen. Bei dem schrecklichen 
Zustande des Landes, welches von Banden, Briganten und 
Meuchelmördern schwärmte, und wo nicht einmal der Weg 
nach Neapel frei war, fürchteten sie für ihre eigene Person. 
Der Aufenthalt in jener. Burg, dem ,Sammelplat;, der
        

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