Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-346400
Vereinsa1n1n1g 
1lrba117g. 
497 
Concil verlangten. Sie 
Orsini nach Tagliacozzo, 
Unmut schon im August 
1Ieutrale Stellung, indem sie ein 
begaben sich auf die Burg Jacob7s 
wo dieser Cardiual voll Reue und 
1379 starb.1 
Unterdeß war Urban nach Rom zurückgekehrt. Weil 
hier die Engelsburg nicht in seiner Gewalt war, nahm er 
Wohnung erst in S. Maria Nuova auf dem Forum, dann 
in S. Maria zu Tra.stevere. Seine Lage war schrecklich. 
Die Anzahl und die Einigkeit der Cardinäle gab ihrer Neu: 
Wahl große Bedeutung. Der Papst, der sich wider Urban 
erhob, war nicht das Geschöpf eines feindlichen Kaisers, son: 
dern eines mächtigen Teils der Kirche selbst. Der Abfall 
auch der italienischen Cardiuäle ist der stärkste Beweis für 
die abstoßende Natur Urban7s welcher unfähig war, Freunde 
an sich zu ziehen, Feinde zu versöhnen. Er sah sich bald 
allein. Seine Curialen verschwanden einer nach dem andern, 
und eilten nach Fundi. Die Tugend der Treue und Liebe, 
ja die Kirche selbst, die ihn verließ, schienen nur noch durch 
eine Heilige vertreten zu sein. Das wunderbare MädOen 
von Siena stand dem Papst zur Seite, dessen Cherub sie 
sein wollte; die abschreEkende Gestalt dieses furiösen Nea: 
politaners machte ihre ätherische Erscheinung nur um so 
stralender. Sie ermahnte ihn mit entziickeuder Beredsamkeit 
zur Ausdauer, Milde und Mäßigung; ihr sehnlichster Ge: 
danke war die Reform der Kirche, und ein Kreuzzug zur 
Befreiung Jerusalem7s. Sie war durch die Spaltung der 
1 Nach der Wahl Clemens VII. hatte Catcirina einen ihrer schönsten 
Ermahnungsbriefe an diese drei Cardinäle geschrieben. Lette1se, Vol. IV. 
p.150. Die beiden italienischen Cardiniile gingen nach OrI7ni7s Tode im 
Jahr 1380 zum Gegenpapst über.  
Grcgorovi1 
is, Geschichte der Stadt Nom. 
32
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.