Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-344598
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Elfteö Buch. 
Capitel. 
Siebeutes 
emporführen, wo das Bildnis; der Jungfrau verwahrt wird, 
welchem die Römer die Befreiung von der Seuche audh dies: 
mal, wie schon vor Jahrhunderten, zuschrieben. Wieder; 
holtes Erdbeben vermehrte in vielen Städten Italiens das 
namenlose Elend. Am 9. und 10. September wurde Rom 
so heftig erschüttert, daß die Bewohner ihre Häuser verließen 
und Wochen lang in Zelten lebten; die Basilika der Zwölf 
Apostel stürzte ein; der Giebel des Lateran fiel nieder; 
S. Paul ward in einen Trümmerhaufen verwandelt; der be: 
rüh1,nte Turm der Milizen stürzte bis zur Hälfte herab; der 
Turm Conti erlitt starke Beschädigung, und das Colosseum, 
wie andre antike Bauwerke, werden nicht verschont geblie: 
ben sein. I  
Alle diese Plagen regten die Völker auf und steigerten 
ihr Verlangen nach dem Sündenablaß des Jubeljahrs: denn 
dies erschien ihrer verdüsterten Phantasie wie die Reinigung 
der Welt von dämonifchen Einflüssen. Für die Sünden, 
welche Rom selbst während der kurzen Herrschaft Cola7s auf 
sich geladen hatte, konnte nun ohne Mühe .in den Basiliken 
Ablaß genommen werden. Zum ErsaH für das pomphafte 
Sahauspiel von der Weltherrschaft ihrer Stadt, welches den 
Römern der Tribun eben erst gegeben hatte, bot ihnen jeHt 
der Papst das große Schauspiel abendländischer Wallfahrt; 
dies brachte ihnen die Weltherrschaft der Kirdhe wieder vor 
Augen und tröstete sie zugleich für den Verlust ihrer Freiheit 
I Anna1. Rebdoktk. p. 446. Miit. Villanj l. c. 45. Neapel, Aversa, 
Sora, Monte Cafmo, S. Germano wurden stark beschädigt; Aquila sank 
in Trümmern. Vom Erdbeben in Rom, Petrarc. Fano. XI. ep. 7, im 
Codex der Angelica zu Rom. Cecidit edikjciorum vccekum neg1ecta 
cjvjb11s, stupenda pe1seg1sjnis moles. ,
        

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