Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-344547
Restauratiou 
Abels. 
des 
3l1 
Colonna, denn Stefan nahm die Last des Senats nicht mehr 
auf sich. Der niedergebeugte Greis stand am Grabe seines 
Sohns und Enkels; von seinem ruhmvollen Geschlecht war 
bald keiner mehr übrig, als Stefanello, der junge Sohn des 
Erschlagenen Stefan. Er selbst verschwand aus der Geschichte 
der Stadt, in welcher er mehr als ein halbes Jahrhundert 
lang eine so hervorragende Stelle eingenommen hatte; wahr: 
scheinlich starb er im Jahre 1348.1 s 
Nachdem der Legat das städtische Regiment geordnet 
hatte, kehrte er nach Montefiascone zurück, lud hier Cola 
als Ketzer nnd Rebell vor sein Tribunal, und ächtete ihn. 
In denselben Proceß wurden die eifrigsten Anhänger des 
Tribuns gezogen, wie Cecco Mancini, sein Kanzler. Aber 
die plötzliche Restauration der päpstlichen Gewalt vermochte 
nicht die aufgeregte Stadt zu beruhigen, wo die demokrati: 
schen Leidenschaften im tiefen Strome gingen, die Freunde 
Cola7s. noch zahlreich waren, der Adel, an Kraft gebrochen, 
nur in Triimmern wieder erschien. Der Extribun selbst 
war bald nach seinem Falle nach Civita Vecchia gegangen, 
dessen Burg sein Neffe Eonte Mancini noch befehligte; als 
dieselbe an den Legaten übergegangen war, hatte er sich 
wieder in die Engelsburg znriickgezogen. Kaum wußte man, 
wo er sich befand. Die neuen Senatoren ließen ihn am 
Capitol kopfniederwärts abmalen; er antwortete ihnen ans 
seinem Versteck, nach gewohnter Art; denn eines Tags sah 
1 Am 15. Aug. 1350 nennt ihn Cola quondam Stepl1kmus CUrk. 
p. LVI1I. bei Papenc.J Stefancllo war noch als Kind mit einem Canonicat 
ausgestattet worden. Wegen des Tods seines Vaters nnd Bruders Cum 
20. Nov. 1347J nahm er ein Weib, erzeugte drei Kinder nnd führte die 
Linie Von Präuestc fort. Coppi, Dissert. della Pontif. Accad. Romena 
di Arcl1e0l. T. XV. F. 281.
        

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