Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-343935
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Eines Buch. 
Capitel. 
Sechstes 
ward hier zum erstenmal ausgesprochen, nnd seine Neuheit 
und Kühnheit riß alle Welt zum Staunen hin. I So trat 
Cola di Rienzo gleich im Beginn seines Regiments mit 
hohen nationalen Ideen vor sein ganzes Vaterland. An 
den Papst, auf dessen Anerkennung es zunächst am meisten 
ankommen mußte, mochte der Vicar Raimund gleich nach der 
Revolution eine Depesche geschickt haben; Cola selbst scheint 
ihm erst am Anfang des Juni seine Erhebung zur Gewalt 
gemeldet zu haben.2 Der einfältige Bischof von Orvieto 
machte neben dem Tribun nur eine stumme Figur, wie 
Lepidus neben Octavian; alle Briefe sind von Cola allein 
ausgefertigt, und in keinem politischen Act wird des A1nts: 
genossen und päpstlichen Vicars auch nur mit einem Wort 
erwähnt.  
Während die Boten, ein versilbertes Stäbchen in der 
Hand, Italien durchwanderten, richtete der Tribun sein Re: 
giment im Capitol ein. Die Verfassung wurde, mit Aus: 
nahme der Abschaffung der Senatoren, nicht geändert; der 
große und kleine Rat, die Dreizehnmäm1er, die Richter: 
colIegien blieben bestehn. Cola forderte sogar aus Klugheit 
und zum Schein für sich selbst eine nur dreimonatliche Amts: 
dauer, aber die Römer hörten ihn kaum von seinem Rück: 
tritt reden, als sie zum Zeichen des Schreckens ihr Gewand 
zerrissen und schworen, eher untergehen, als seine Regierung 
aufgeben zu wollen. Doch setzte er einen Syndicat für seine 
Amtsführung ein. Er prägte alsbald Münzen, wozu er die 
1 Seudfdhreiben an Florenz, dat. in capjtoIjo urbis sesptimo in. 
junii, ubj de cela remissa justjtia kecke c0rde vjgemuS LGaye P. 53J. 
Ebenfo V. 7. Juni Sendschreibeu an Perugia, Modena, Lucca. 
T Wir bef:hen nicht das erste Schreiben Cola7s an den Papst.
        

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